Politik

Wenn am Sonntag Wahl wäre … Rot-Grün mit absoluter Mehrheit

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Merkel, Seehofer und Westerwelle: Die Koalition der ernsten Gesichter.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Rutschpartie von CDU/CSU und FDP ist noch nicht zu Ende. Die Union verliert weiter in der Wählergunst und fällt zum zweiten Mal in diesem Jahr auf 29 Prozent. Die FDP hält sich mühsam auf 5 Prozent.

Die Koalitionsparteien kommen nicht aus ihrem Stimmungstief heraus. Die Union rutscht in einer Forsa-Umfrage erneut unter die 30-Prozent-Marke. Die FDP verharrt bei 5 Prozent, wie der aktuelle wöchentliche "Wahltrend" des Magazins "Stern" und des Senders RTL ergab. Mit zusammen 34 Prozent befindet sich das schwarz-gelbe Lager aus CDU, CSU und FDP also weiter im historischen Stimmungstief.

Eine rot-grüne Koalition bekäme dagegen derzeit bei einer Bundestagswahl eine absolute Mehrheit im Parlament - so wie schon einmal bei einer Umfrage vor drei Wochen.

Die Union verliert im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt und fällt zum zweiten Mal in diesem Jahr auf 29 Prozent - ihr schlechtester Wert seit November 2006. Die SPD kann in der fünften Woche in Folge ihr Jahreshoch von 28 Prozent halten. Die Grünen klettern um einen Punkt und erreichen erneut ihr Rekordhoch von 19 Prozent. Für die Linke ergeben sich unverändert 11 Prozent.

Gemeinsam hätten SPD und Grüne 47 Prozent der Stimmen und wären angesichts  der daraus folgenden Sitzverteilung nicht auf die Stimmen der Linken angewiesen. Insgesamt liegt das linke Lager aus SPD, Grünen  und Linkspartei mit zusammen 58 Prozent 24 Punkte vor Union und FDP.

Volksparteien verlieren Vertrauen beim Volk

Der Chef des Umfrageinstituts Forsa, Manfred Güllner, wies im "Stern" darauf hin, dass beide großen Parteien derzeit unter einem enormen Vertrauensverlust litten. Dies zeigten auch die Antworten der Deutschen auf die Frage, welche Partei am besten die Probleme des Landes lösen könne. Trauten dies im Oktober 2009 noch 29 Prozent der Bürger der Union zu, so seien es aktuell nur noch 14 Prozent. Die SPD habe sich leicht auf zwölf Prozent gebessert. "Für Volksparteien sind dies sehr schlechte Zahlen," sagte Güllner.

Das Forsa-Institut befragte für den Stern-RTL-Wahltrend vom 2. bis 6. August 2010 mehr als 2000 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger.

Mehr "CDU pur" gewünscht

Angesichts des anhaltenden Umfragetiefs nehmen die innerparteilichen Attacken in der Union zu. Saarlands Ministerpräsident Peter Müller (CDU) griff CSU-Chef Horst Seehofer an, weil dieser einen konservativeren Kurs fordert.

"Wer sagt, wir wollen allein die Menschen halten, die uns immer schon gewählt haben, führt uns in eine Sackgasse", sagte Müller dem Magazin "Stern". Er verteidigte den Modernisierungskurs von Kanzlerin und Parteichefin Angela Merkel. "Wir können uns in einer Gesellschaft, die sich ändert, nicht auf den status quo zurückziehen."

Dennoch verlangte auch Müller mehr "CDU pur" bei den Themen Heimat, Nation und dem Schutz des Lebens.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP