Politik

Entspannung an Grenze zur Ukraine Russische Truppen ziehen sich zurück

Die Lage in der Ukraine bleibt brenzlig. Doch nach einem Telefonat zwischen Moskau und Washington deuten sich kleine Zeichen von Entspannung an. Die Russen beenden ihr Manöver und kehren in die Kasernen zurück Entschärft ist die Krise damit noch lange nicht.

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Noch sind Hunderte prorussische Kämpfer in der Ukraine aktiv.

(Foto: AP)

Die an den Militärmanövern an der Grenze zur Ukraine teilnehmenden russischen Truppen sind in ihre Kasernen zurückgekehrt. Offiziell heißt es aus Moskau, Russland sei zur Abhaltung der großangelegten Übungen "gezwungen" gewesen, weil eine ukrainische Militäraktion gegen Zivilisten gedroht habe. Das sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu bei einem Telefongespräch mit seinem US-Kollegen Chuck Hagel.

Da die ukrainischen Behörden aber erklärt hätten, ihre regulären  Streitkräfte nicht gegen die unbewaffnete Bevölkerung einzusetzen, seien die Truppen in die Kasernen zurückgekehrt, hieß es in der Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums.

Washington erklärte zu dem Telefonat, Schoigu habe Hagel versichert, dass die russischen Streitkräfte die Ukraine nicht angreifen würden. Zugleich habe der US-Minister die Lage im Grenzgebiet als weiterhin "gefährlich" bezeichnet und Russland aufgefordert, seinen "destabilisierenden Einfluss" in dem Nachbarland zu beenden, erklärte das Pentagon.

Seit Tagen gleicht die Lage in der Ostukraine einem Pulverfass. Die ukrainischen Streitkräfte waren am Donnerstag vergangener Woche in Slawjansk massiv gegen prorussische Kräfte vorgegangen, dabei gab es laut Kiew in den Reihen der Aktivisten mehrere Tote. Als Reaktion darauf hatte Russland die neuen Militärmanöver an seiner Grenze angeordnet.

EU und USA verschärfen ihre Sanktionen

Noch am Montag hatten die USA und die EU ihre Sanktionen gegen Russland verschärft. Die EU-Außenminister setzten 15 weitere Russen und Ukrainer auf ihre Sanktionsliste, die US-Regierung erweiterte ihre Sanktionsliste um sieben Russen und 17 Firmen aus dem Umfeld von Präsident Wladimir Putin. Moskau drohte Washington mit Gegensanktionen. Berlin und die OSZE forderten die sofortige Freilassung der festgesetzten OSZE-Militärbeobachter in Slawjansk.

Zudem haben die britischen Behörden 23 Millionen Dollar (17 Millionen Euro) aus der Ukraine eingefroren und eine Untersuchung wegen des Verdachts der Geldwäsche und der Korruption eingeleitet. Das Büro für Schweren Betrug (SFO) erklärte, es habe ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Geldwäsche aus einer möglichen Korruptionsaffäre in der Ukraine eingeleitet. Es habe zudem die Anweisung erhalten, Vermögenswerte in Höhe von 23 Millionen Dollar in Verbindung mit diesem Fall einzufrieren.

Verletzte bei Zusammenstößen in Donezk

Nur Stunden zuvor waren 14 Menschen im ostukrainischen Donezk bei Zusammenstößen zwischen prorussischen Aktivisten und Anhängern der Regierung in Kiew verletzt worden. Einige der mit Schlagstöcken und Messern bewaffneten prorussischen Angreifer warfen bei der Demonstration am Montag Steine und Blendgranaten auf die Demonstranten in der Regionalhauptstadt. Die Polizei versuchte vergeblich, die Gruppen auseinanderzuhalten.

Den rund 1000 Kiew-treue Demonstranten standen etwa 500 prorussische gegenüber. Steinwürfe hätten 14 Menschen verletzt, darunter einen Journalisten, teilten die Behörden mit. Ein Demonstrant sprach von einem regelrechten "Hagel von Ziegel- und Pflastersteinen". Die Lage im Osten der Ukraine ist seit Wochen stark angespannt. In rund einem Dutzend Städten der Region halten prorussische Milizen Polizeiwachen und Verwaltungsgebäude besetzt.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa/AFP

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