Politik

Vorwurf der Korruption Russischer Gouverneur festgenommen

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Belych bei einem Treffen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin im Februar diesen Jahres.

(Foto: AP)

Geht es um Korruption oder gibt es auch einen politischen Hintergrund? In Moskau wird ein bekannter Gebietsgouverneur festgenommen, er soll Schmiergeld bei sich gehabt haben. Brisant ist, dass der Politiker einst zur Opposition gehörte.

Drei Monate vor den Parlamentswahlen hat der russische Geheimdienst FSB den Gebietsgouverneur Nikita Belych in einem Moskauer Restaurant festgenommen. Der Politiker sei mit einem Teil von insgesamt 400.000 Euro Schmiergeld erwischt worden, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Wladimir Markin. Gegen ihn sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Das Schmiergeld habe er erhalten, damit er bei zwielichtigen Investitionen in der Region wegschaute, hieß es.

Belych ist der dritte Regionalgouverneur innerhalb eines Jahres, der wegen Bestechlichkeit gefasst wurde. Korruption ist in Russland ein großes Problem. Sie gilt als eines der größten Hemmnisse für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.

Die Ernennung von Belych zum Gouverneur des Gebiets Kirow nordöstlich von Moskau durch den damaligen Präsidenten Dmitri Medwedew hatte 2009 für Erstaunen gesorgt. Belych galt seinerzeit als liberal, zählte sich zuletzt aber nicht mehr zur Opposition. "Der Fall hat kein politisches Motiv", sagte Markin der Agentur Interfax zufolge. Der Kremlkritiker Michail Chodorkowski kommentierte die Festnahme auf Twitter mit den Worten, dies sei die Folge, wenn man sich mit der Führung in Moskau einlasse.

Belych hatte auch längere Zeit mit dem bekannten Regierungsgegner Alexej Nawalny zusammengearbeitet. Ein politischer Weggefährte des Gebietsgouverneurs, Leonid Gosman, nannte die Festnahme eine Provokation. Belych drohen bis zu 15 Jahre Haft. Russland wählt am 18. September ein neues Parlament. Kremlkritiker hatten wiederholt die Befürchtung geäußert, Repressionen vor der Abstimmung könnten Wähler der Opposition abschrecken.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa/AFP

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