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Saakaschwili "geisteskrank" Russland lehnt Versöhnung ab

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Russische Panzer fahren am 20.08.2008 durch Zchinwali.

(Foto: picture alliance / dpa)

Drei Jahre nach dem Südkaukasuskrieg zwischen Russland und Georgien stehen die Zeichen weiter auf Konfrontation. Die Sicherheit der von Georgien abtrünnigen Gebiete Abchasien und Südossetien hängt immer noch von russischen Soldaten ab. Moskau lehnt eine Versöhnung mit Georgiens Präsident Saakaschwili ab.

Drei Jahre nach dem Südkaukasuskrieg hat Russland eine Versöhnung mit dem Nachbarland Georgien während der Amtszeit von Präsident Michail Saakaschwili kategorisch ausgeschlossen. Saakaschwili sei "geisteskrank", sagte Außenminister Sergej Lawrow nach Angaben der Agentur Interfax. Im Gegenzug warf Tiflis Moskau die Besetzung seiner Gebiete Abchasien und Südossetien sowie den Bruch internationalen Rechts vor.

Tausende Menschen gedachten der Opfer des fünftägigen Krieges. Trauernde legten in der Nacht an vielen Orten in Georgien sowie in den abtrünnigen Gebieten Südossetien und Abchasien Blumen nieder oder stellten Lichter auf.

Kritik von der NATO

Vor drei Jahren wollte Georgien Abchasien und Südossetien mit Gewalt zurückgewinnen. Bei dem Waffengang behielt Russland, das sich in den Konflikt einschaltete, die Oberhand. Hunderte Menschen starben. Nach dem Krieg hatte Moskau trotz Kritik der NATO die Gebiete als unabhängig anerkannt und mit ihnen Beistandsverträge geschlossen. Nur Venezuela, Nicaragua sowie die Pazifik-Insel Nauru folgten bislang diesem Schritt.

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Dieses Bild ging im August 2008 um die Welt. Es zeigt eine schwerverletzte georgische Frau in Gori nach einem Bombenangriff russischer Flugzeuge.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der südossetische Präsident Eduard Kokojty warf Georgien eine schwere militärische Aggression gegen die Gebietshauptstadt Zchinwali vor. "Zchinwali wurde zum Stalingrad des Kaukasus", sagte der kremltreue Kokojty.

Moskau bleibt parteiisch

Demonstrativ gab Kremlchef Dmitri Medwedew am dritten Jahrestag des Krieges Militärabkommen mit Abchasien und Südossetien zur Ratifizierung an die Staatsduma weiter. Russland baut dort seine Armeepräsenz trotz internationaler Proteste aus. Bei einer Zeremonie in Südrussland ehrte Medwedew zudem dutzende Kriegsveteranen. Regierungschef Wladimir Putin versprach Südossetien Hilfe beim Wiederaufbau. "Das sind für uns nicht nur Nachbarn, sondern Brüder", sagte Putin. Er hatte jüngst einen Anschluss Südossetiens an Russland nicht ausgeschlossen.

Die russischen Soldaten in Südossetien und Abchasien sollen nach Darstellung Moskaus Angriffe von georgischer Seite verhindern. Die Führung in Tiflis beansprucht die Gebiete weiter und wirft Moskau Okkupation vor. "Früher oder später muss Russland die Besetzung beenden", sagte der georgische Parlamentspräsident David Bakradse in Tiflis.

Quelle: n-tv.de, dpa

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