Politik

Georgien-Gespräche geplatzt Russland verlässt Treffen

Russland hat Gespräche mit dem Nachbarland Georgien über die Sicherheitslage im Kaukasus in Genf vorerst platzen lassen. Die russische Delegation verließ die fünfte Gesprächsrunde, da die von Georgien abtrünnige Region Abchasien nicht zu den zweitägigen Gesprächen erschienen war. Die Europäische Union, die die Gespräche zusammen mit der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) und den Vereinten Nationen leitete, bedauerte den Abbruch in einem gemeinsamen Kommunique. Aus Sicht Russlands macht das Treffen zur Lage im Kaukasus keinen Sinn, wenn Abchasien nicht daran teilnehme.

Nur eine "Pause"

Abchasien hatte bereits am Samstag angekündigt, nicht zu der Diskussion erscheinen zu wollen. Grund ist die verzögerte Veröffentlichung eines UN-Berichts über Abchasiens Status in der Region.
Möglicherweise nehme Abchasien am Dienstag wieder an den Verhandlungen teil, hieß es aus Diplomatenkreisen. Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte laut russischen Nachrichtenagenturen, auch Moskaus Vertreter wollten am Dienstag wieder zu dem Treffen erscheinen. Die "Pause" am Montag sei eingelegt worden, da die Grundbedingungen für die Gespräche nicht erfüllt gewesen seien.

Bei den Genfer Gesprächen beraten Russen und Georgien seit vergangenem Oktober über die Sicherheitslage in der Region. Zu Beginn der Annäherung hatte Russland die Teilnahme der beiden pro-russischen Regionen Abchasien und Südossetien an den Gesprächen zur Bedingung für die Treffen mit Georgien gemacht. Die Delegation aus Südossetien folgte dem Vorbild Russlands und verließ die Gespräche mit Georgien ebenfalls.

Der Konflikt zwischen Russland und Georgien um die abtrünnigen georgischen Regionen Abchasien und Südossetien war im August vergangenen Jahres eskaliert. Nachdem Georgiens Armee versucht hatte, die Kontrolle über Südossetien zurück zu gewinnen, waren russische Truppen einmarschiert. Beide Seiten stimmten schließlich einem von der EU vermittelten Waffenstillstand zu.

Quelle: n-tv.de, AFP / dpa

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