Politik

Viele Landesvorsitzende erst im Nachgang gewählt SPD-Basis verpasst Parteispitze Denkzettel

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Wollte auch vor dem Denkzettel einfach nur weg: Ex-SPD-Vize Klaus Wowereit

(Foto: dpa)

Das hat es auch noch nicht so oft gegeben: Aus Unmut über die schleppenden Koalitionsverhandlungen und das schlechte Wahlergebnis revanchiert sich die Parteibasis mit einer ganz eigenen Form zivilen Ungehorsams.

Beim SPD-Bundesparteitag in Leipzig sind viele Landesvorsitzende erst im zweiten Wahlgang in den Vorstand gewählt worden. Ralf Stegner (Schleswig-Holstein), Jan Stöß (Berlin), Christoph Matschie (Thüringen), Katrin Budde (Sachsen-Anhalt), Florian Pronold (Bayern), Heiko Maas (Saarland) und Dietmar Woidke (Brandenburg) schafften im ersten Anlauf nicht das notwendige Quorum. Erst im zweiten Wahlgang gelang ihnen allesamt dann den Sprung in den 35 Personen umfassenden Bundesvorstand. Überraschend kam Homaira Mansury in das Gremium - die Frau aus Würzburg hatte kurzfristig ihre Kandidatur erklärt.

14 Bewerber waren im ersten Wahlgang erfolgreich, 12 schafften es im zweiten Wahlgang. Zu den 26 Gewählten kommen die neun Mitglieder der engeren Führung: der Vorsitzende, fünf Vizes, Generalsekretärin, Schatzmeisterin und der EU-Brauftragte. Das beste Ergebnis bekam im ersten Wahlgang die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen mit 415 Stimmen. Im zweiten Wahlgang war es Dietmar Woidke mit 445 Stimmen. SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte an die Delegierten nach dem ersten Wahlgang appelliert, im Vorstand müssten Vertreter aus möglichst vielen Landesverbänden sitzen. Nicht mehr vertreten ist unter anderem die Parteilinke Hilde Mattheis.

Schleswig-Holsteins SPD-Chef Stegner kritisierte das Vorgehen großer Landesverbände bei der Vorstandswahl. "Es ist nicht normal, dass große Landesverbände in dieser Härte im ersten Wahlgang ihre Mehrheiten nutzen", sagte er. Im ersten Wahlgang waren vor allem Vertreter aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gewählt worden.

Insgesamt zeigten die Ergebnisse für die Führung das Grummeln der Basis über die Koalitionsverhandlungen mit der Union und das enttäuschende Ergebnis bei der Bundestagswahl.

Quelle: ntv.de, dpa

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