Politik

Wiederwahlkrimi in Spanien Sánchez scheitert im ersten Anlauf

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Ein Blick sagt mehr als tausend Worte: Der Sozialist Pedro Sánchez (l.) braucht die Hilfe von Linkspolitiker Pablo Iglesias (r.) - doch der stellt sehr harte Bedingungen.

(Foto: dpa)

Pedro Sánchez ist Ministerpräsident von Spanien und möchte es bleiben. Doch im ersten Anlauf zu seiner Wiederwahl scheitert er im Parlament. Ausgerechnet sein möglicher Koalitionspartner lässt ihn hängen.

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez ist bei der ersten Parlamentsabstimmung über seine Wiederwahl gescheitert. Am Dienstag votierten 170 Abgeordnete gegen, aber nur 124 Abgeordnete für den 47-Jährigen. Es gab mehr als 50 Enthaltungen. Im ersten Wahlgang benötigte der sozialistische Regierungschef eine absolute Mehrheit von 176 Stimmen.

Nun wird am Donnerstag ein zweites Votum stattfinden, bei dem Sánchez eine einfache Mehrheit genügt, also mehr Ja- als Nein-Stimmen. Jedoch ist noch völlig unsicher, ob er dann die nötige Unterstützung anderer Parteien bekommt. Um überhaupt Chancen auf eine Wiederwahl zu haben, benötigt der 47-Jährige ein Abkommen mit dem linken Bündnis Unidas Podemos. Beide Lager kommen zusammen auf 167 Stimmen. Ein Koalitionsabkommen mit Unidos Podemos sei "sehr schwierig", hatte Sánchez schon bei der Parlamentsdebatte am Montag eingeräumt.

Nach Medienberichten fordert der Parteichef von Unidas Podemos, Pablo Iglesias, vier bis fünf Ministerien, die der geschäftsführend regierende Sánchez nicht hergeben wolle. "Wir wollen in der neuen Regierung nicht nur Dekoration sein", hatte Iglesias bei der Debatte am Montag gesagt. Die der PSOE nahestehende Zeitung "El País" schrieb auf Seite eins: "Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Sánchez und Iglesias bedrohen die Regierungsbildung". "Die große Kollision", titelte unterdessen auf Seite eins das konservative Blatt "La Razón".

Die sozialdemokratisch orientierte Sozialistische Arbeiterpartei PSOE hatte die Parlamentsneuwahl am 28. April zwar gewonnen, die absolute Mehrheit aber deutlich verpasst. Sánchez ist seit letztem Sommer im Amt.

Quelle: n-tv.de, vpe/dpa

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