Politik

Kampf um jeminitische Hauptstadt Saudis starten Bodenoffensive

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Ein verwundeter Jeminit läuft durch die Trümmer in Sanaa.

(Foto: dpa)

Monatelang hat eine saudisch geführte Militärkoalition den Jemen aus der Luft bombardiert. Nun könnte es erstmals offen zu Zusammenstößen von Bodentruppen des Bündnisses mit Rebellen kommen.

Im Jemen verdichten sich die Hinweise auf eine Bodenoffensive der saudisch geführten Militärkoalition gegen die aufständischen Huthi-Rebellen. Augenzeugen berichten, dass Soldaten des Bündnisses in Richtung umkämpfter Gebiete im Süden der Provinz Marib vorrückten. Offenbar werden sie durch bewaffnete Fahrzeuge, Panzer und Raketenwerfer sowie Teilen der jemenitischen Armee und örtlichen Milizen unterstützt.

Seit Ende März war lediglich bekannt, dass die von Saudi-Arabien geführte sunnitische Militärkoalition den Jemen aus der Luft bombardierte. Berichten zufolge sollen Soldaten der beteiligten Vereinigten Arabischen Emirate aber bereits eine Schlüsselrolle beim Zurückdrängen der schiitischen Huthis aus dem Süden des Landes in den vergangenen Wochen gespielt haben. Nun gibt es Gerüchte, dass der Verbund die Befreiung Sanaas anstrebt. Die Hauptstadt wird von den Huthis kontrolliert.

Im Jemen tobt seit Monaten ein blutiger Bürgerkrieg zwischen Huthis und Anhängern des sunnitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi, der nach Riad geflohen ist. Die offensivere Gangart der Streitkräfte der Koalition folgt kurz auf ihre schwersten Verluste in dem Konflikt.

Am vergangenen Freitag waren bei einer Explosion in einem Stützpunkt 60 Militärangehörige aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Bahrain ums Leben gekommen. Die Rebellen sprachen davon, die Basis beschossen zu haben. Nach saudischer Darstellung explodierte eine Rakete in einem Waffenlager. Der Golfstaat Katar verstärkte die Präsenz der Allianz daraufhin und entsandte 1000 Soldaten, 200 gepanzerte Fahrzeuge und 30 Apache-Kampfhubschrauber in die Region.

Die seit einigen Tagen deutlich verstärkten Luftangriffe der Koalition auf Sanaa gingen auch an diesem Dienstag weiter. Dabei wurden Polizeigebäude und ein militärischer Stützpunkt in der Hauptstadt getroffen.

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa

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