Politik

Kriminalität in Deutschland Schaden steigt massiv

Das Bundeskriminalamt stellt seine Statistik für das vergangene Jahr vor und stellt fest: Bei der organisierten Kriminalität richten immer weniger Personen immer mehr Schaden an - fast doppelt so viel wie 2009. Bei den meisten Verfahren geht es um Drogen. Darüber hinaus agieren die meisten Kriminellen über Staatsgrenzen hinweg.

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BKA-Chef Jörg Ziercke und Bundesinnenminister Thomas de Maizière.

(Foto: picture alliance / dpa)

In Deutschland ist die Zahl der Ermittlungsverfahren wegen organisierter Kriminalität erstmals seit zehn Jahren wieder leicht gestiegen. Im vergangenen Jahr gab es 579 solcher Verfahren und damit vier mehr als im Vorjahr, wie das Bundeskriminalamt mitteilte. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erklärte, die Bedrohung durch das organisierte Verbrechen bleibe hoch. Eine Zunahme an Verfahren bedeute aber auch, dass die Ermittler erfolgreich seien.

Weniger Verdächtige, mehr Schaden

Der verursachte Schaden durch die organisierte Kriminalität erhöhte sich den Angaben zufolge um fast 100 Prozent auf mehr als 1,3 Milliarden Euro. Es wurden insgesamt 9294 Tatverdächtige ermittelt und damit rund zwei Prozent weniger als im Jahr 2008. Mit einem Anteil von knapp 40 Prozent waren die meisten von ihnen Deutsche.

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Drogenkriminalität steht an der Spitze der Statistik.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die meisten Verfahren betrafen laut BKA mit einem Anteil von fast 41 Prozent die Rauschgiftkriminalität. Bei der Eigentumskriminalität, die rund 15 Prozent aller Verfahren zum organisierten Verbrechen ausmachte, ging es vor allem um den Diebstahl von Fahrzeugen, die in Deutschland geraubt und ins Ausland gebracht wurden. Auf dem dritten Rang folgte mit 13 Prozent die Wirtschaftskriminalität, wobei Anlage- und Kreditbetrug und Insolvenzdelikte im Mittelpunkt standen. In fast 90 Prozent der in Deutschland geführten Verfahren zur organisierten Kriminalität gab es internationale Bezüge.

Rauschgift bei Rockerbanden

In fast einem Drittel der Verfahren fanden sich nach Angaben des BKA Hinweise auf Geldwäsche. In knapp einem Viertel der Verfahren gelang es, kriminell erlangtes Vermögen abzuschöpfen. So seien 113 Millionen Euro vorläufig als Vermögenswerte gesichert worden, was im Vergleich zum Vorjahr allerdings einen Rückgang um 33 Prozent bedeute. BKA-Präsident Jörg Ziercke erklärte dazu, ein entscheidendes Problem sei das internationale Agieren der Täter. Straftäter transferierten Vermögenswerte immer schneller ins Ausland, um sie dem staatlichen Zugriff zu entziehen.

Auch kriminelle Rockerbanden spielen in der organisierten Kriminalität eine bedeutende Rolle. Im Jahr 2009 richteten sich laut BKA 21 Verfahren zum organisierten Verbrechen ausschließlich gegen von Deutschen dominierte Rockergruppierungen. Die Ermittlungen betrafen vor allem Rauschgifthandel und -schmuggel.

Quelle: ntv.de, AFP