Politik

Weckruf für Europa Schäuble lehnt Denken in "Deals" ab

ARCHIV - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gibt am 04.05.2016 im Bundesfinanzministerium in Berlin eine Pressekonferenz. Der Minister wird am Dienstag in Rostock zu einem Wahlkampfauftritt erwartet. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa (zu dpa «Bundesfinanzminister Schäuble in Rostock - Einziger Auftritt in MV» vom 16.08.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++

"Das mag in der Grundstücksbranche anders sein": Wolfgang Schäuble

(Foto: dpa)

In der Welt von Donald Trump spielen Geschäftsabschlüsse, also gute oder schlechte "Deals", offenbar eine beherrschende Rolle. Einer der erfahrensten Politiker Europas stellt sich diesem Denken entgegen. Die Welt, sagt Schäuble, braucht etwas ganz anderes.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat die "Denkweise in Deals" des neuen US-Präsidenten Donald Trump kritisiert. "Wir brauchen keine Lösungen, bei denen der eine verliert, wenn der andere gewinnt", sagte der CDU-Politiker dem "Tagesspiegel" zur Vorgehensweise des früheren Immobilienunternehmers.

"Das mag in der Grundstücksbranche anders sein", fügte Schäuble hinzu. "Aber die Welt braucht Win-Win-Situationen." Die "Denkweise in Deals" sei schädlich für die Stabilität in der Welt.

Mit Blick auf den Umgang mit dem neuen US-Präsidenten warnte er davor, die Ruhe zu verlieren. "Wir sollten uns nicht provozieren lassen und nicht selber provozieren." Seiner Einschätzung nach teste Trump im Augenblick vieles aus, etwa mit Sprüchen gegen das vereinte Europa. "Ganz ernst meint der das doch auch nicht", sagte Schäuble.

Dennoch müsse Europa die Situation als "Wendepunkt" begreifen: "Wenn Trumps Wahlsieg kein Weckruf für Europa ist, dann weiß ich nicht, was wir noch für Wecker brauchen!" Der Minister plädierte in diesem Zusammenhang dafür, ungeachtet aller Differenzen nationalkonservativen Regierungen wie etwa in Polen mit einer "ausgestreckten Hand" zu begegnen und mittelfristig auch mit Russland wieder ein "vernünftiges Verhältnis" zu suchen.

"Das wird nicht heute und morgen gehen", sagte Schäuble. "Aber auf mittlere Sicht müsste auch Präsident Wladimir Putin ein Interesse an einer vernünftigen, aber natürlich auf gegenseitigem Respekt gegründeten Kooperation mit Europa haben."

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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