Politik

"Wird in Griechenland nicht passieren" Schäuble schließt Bankrott aus

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"Es wird keinen Staatsbankrott in Griechenland geben", sagt Wolfgang Schäuble.

(Foto: dpa)

Mit kategorischen Worten wischt Finanzminister Schäuble die Möglichkeit einer griechischen Staatspleite vom Tisch. Einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone hält der CDU-Politiker für "sehr schädlich". Die Troika wirbt derweil dafür, Athen mehr Zeit bei der Umsetzung der Sparvorhaben zu geben.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat einen Staatsbankrott Griechenlands ausgeschlossen. Zugleich wies er Spekulationen über einen Austritt des Landes aus der Eurozone zurück. In einer Rede vor Wirtschaftsvertretern in Singapur lobte Schäuble die Politik der griechischen Regierung und zeigte sich zuversichtlich, dass die notwendigen Reformen ergriffen würden.

"Es wird keinen Staatsbankrott in Griechenland geben", sagte Schäuble bei einer Veranstaltung der deutsch-singapurischen Industrie- und Außenhandelskammer. "Das wird in Griechenland nicht passieren." Die griechische Bevölkerung verstehe zunehmend, dass Reformen notwendig seien. Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras sei "wirklich entschlossen zu tun, was notwendig ist", unterstrich Schäuble.

Deutschland werde Griechenland auf dem Weg zu mehr Wettbewerbsfähigkeit und beim Aufbau einer funktionierenden Verwaltung unterstützen. "Wir werden helfen, wann immer wir können", sagte Schäuble.

Einen Euro-Austritt des Landes lehnte Schäuble ab. "Wir glauben, es macht keinerlei Sinn, über einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone zu spekulieren", betonte der CDU-Politiker und warnte, ein solcher wäre "sehr schädlich" für Griechenland, die Eurozone und auch die gesamte Weltwirtschaft.

Schwedens Finanzminister Anders Borg hatte am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Tokio einen Austritt des Landes aus dem gemeinsamen Währungsraum innerhalb des nächsten halben Jahres als wahrscheinlich bezeichnet.

Zwei Jahre mehr Zeit

Mit Blick auf Spekulationen über weitere Hilfen oder Erleichterungen durch die internationalen Geldgeber bekräftigte Schäuble, zunächst müsse der Bericht der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds vorliegen. Der Bericht werde in den kommenden Wochen erwartet. Er ist Grundlage für die Entscheidung zur Auszahlung der von Athen dringend benötigten Kredittranche von 31,5 Mrd. Euro.

Nach "Spiegel"-Informationen sind die Kontrolleure uneins über den Bericht zu Griechenland. Ursprünglich war zwischen der Troika und Athen vereinbart worden, den Schuldenstand des Euro-Krisenlandes bis zum Jahr 2020 auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken. Griechenland wird das Ziel wegen der schlechteren wirtschaftlichen Entwicklung aber auf jeden Fall verfehlen, wie das Magazin unter Berufung auf interne Troika-Berechnungen berichtete. Die Geldgeber seien nun uneins darüber, wie hoch die Abweichung ausfallen werde.

Dem Bericht zufolge haben Experten der Troika in der vergangenen Woche die Euro-Finanzminister darum gebeten, Griechenland beim Sparen zwei Jahre mehr Zeit zu geben. Mit diesem Aufschub soll das Land mehr Zeit bei der Umsetzung von Reformen und Sparmaßnahmen erhalten. Einen solchen Aufschub hatte zuvor offiziell auch IWF-Chefin Christine Lagarde ins Spiel gebracht. Schäuble hat stets betont, Athen müsse die mit seinen Geldgebern vereinbarten Reformen erfüllen.

Quelle: ntv.de, DJ/dpa

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