Politik

Papoulias-Kritik zurückgewiesen Schäuble zollt Griechen Respekt

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Finanzminister Schäuble kann verstehen, dass die Griechen sauer auf ihre Regierung sind, sieht aber keinen anderen als den eingeschlagenen Weg.

(Foto: dpa)

Bundesfinanzminister Schäuble zeigt Verständnis für die Proteste in Griechenland gegen den Sparkurs der Athener Regierung. Er fühle sehr mit den Bürgern des Landes. Der Finanzminister verwahrt sich zudem gegen die heftige Kritik des griechischen Präsidenten Papoulias, der Schäuble vorgeworfen hatte, er wolle die Griechen verhöhnen.

Nachdem er wegen verschiedener Äußerungen im Zusammenhang mit der Griechenland-Krise heftig aus Athen kritisiert worden war, hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble den Griechen ausdrücklich seinen Respekt für ihre Sparopfer gezollt. Er habe durchaus Verständnis für die Proteste in Griechenland, sagte der CDU-Politiker dem "Tagesspiegel". "Ich fühle sehr mit den Bürgern in Griechenland."

"Die allermeisten, die jetzt von den Reform- und Sparmaßnahmen – und lassen Sie mich einmal mehr an dieser Stelle dafür meine Hochachtung zollen – hart betroffen sind, können nichts für den Reformstau, den Verlust an Wettbewerbsfähigkeit oder die unproduktive Verwendung von Geldern in der Vergangenheit", sagte Schäuble.

Er könne es durchaus verstehen, wenn es Wut und Entrüstung in Athen gebe, weil die Mindestlöhne abgesenkt werden sollen. "Andererseits, um es in eine Perspektive zu setzen: Der griechische Mindestlohn wird ungefähr auf das Niveau Spaniens abgesenkt." Außerdem verwies der Minister auf die Menschen in den osteuropäischen und den baltischen Ländern, "deren Mindestlöhne noch deutlich niedriger sind und die ebenfalls dazu beitragen, Griechenland zu helfen".

Schäuble wehrt sich erneut

Der Finanzminister verwahrte sich zudem gegen die heftige Kritik des griechischen Präsidenten Karolos Papoulias, der Schäuble vorgeworfen hatte, . "Ich kenne keinen Herrn Schäuble, auf den dies zutreffen würde", verteidigte sich. "Da ist beim griechischen Staatspräsidenten vielleicht etwas falsch angekommen."

Schäuble hatte vor einigen Tagen in einem Interview zur Griechenlandhilfe gesagt: "Wir können helfen, aber wir können nicht in ein Fass ohne Boden schütten." Dagegen setzte sich Präsident Papoulias erzürnt zur Wehr und erklärte: "Wer ist Herr Schäuble, dass er Griechenland verhöhnt?"

Kritisiert wurde Schäuble zudem, weil er den Griechen nahelegte, die Wahlen im April zu verschieben, damit die Hilfszusagen der Eurogruppen nicht durch einen Regierungswechsel in Frage gestellt werden können. Dazu sagte die frühere griechische Außenministerin Dora Bakoyannis der "Frankfurter Rundschau": "Ein ausländischer Politiker darf einem Volk und den Parteien eines anderen Landes nicht diktieren, wann Wahlen stattfinden sollen."

Quelle: ntv.de, AFP