Politik

Einer für Tausend Schalit am Dienstag zu Hause

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An einem Grenzkontrollpunkt bei Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten.

(Foto: dpa)

Der Austausch Hunderter palästinensischer Gefangener gegen den vor mehr als fünf Jahren von der radikal-islamischen Hamas verschleppten Soldaten Gilad Schalit soll am Dienstag erfolgen. Die israelischen Behörden bringen bereits 430 Palästinenser in eine Unterkunft in der Negev-Wüste. Weitere Gefangene sollen dann in den darauffolgenden zwei Monaten entlassen werden.

Fast fünfeinhalb Jahre nach seiner Entführung in den Gazastreifen soll der israelische Soldat Gilad Schalit am Dienstag in seine Heimat zurückkehren. Der israelische Rundfunk meldete, wenn alles nach Plan verlaufe, solle Schalit bis zum Nachmittag wieder zu Hause sein.

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Noam Schalit erwartet seinen Sohn am Dienstag.

(Foto: dpa)

Der 25-jährige Schalit solle über den Rafah-Grenzübergang nach Ägypten gebracht und dort an das Rote Kreuz sowie die ägyptischen Behörden übergeben werden. Anschließend solle der junge Mann vermutlich über den Nizana-Grenzübergang nach Israel gebracht werden, meldete der Rundfunk. Am Übergang Kerem Schalom werde er ärztlich untersucht. Ein Hubschrauber werde ihn von dort aus zum Militärflughafen Tel Nof bringen. Dort wollen ihn seine Eltern Noam und Aviva in die Arme schließen. Auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Verteidigungsminister Ehud Barak sowie Generalstabschef Benny Ganz wollten dabei anwesend sein.

Nach einer ausführlicheren ärztlichen Untersuchung in Tel Nof soll Schalit dann mit seiner Familie mit dem Hubschrauber in seinen Heimatort Mizpe Hila im Norden Israels geflogen werden.

Austausch in den Morgenstunden

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Beide Seiten werden den Austausch als Erfolg für sich verbuchen können.

(Foto: REUTERS)

Israel lässt im Gegenzug in einem ersten Schritt 477 palästinensische Häftlinge frei. Den Rundfunkberichten zufolge soll ein Teil der Gefangenen am Dienstagmorgen um 06.00 Uhr (MESZ) in Bussen zum Übergang Kerem Schalom an der Grenze zum Gazastreifen gebracht werden. Andere Häftlinge, die in das Westjordanland zurückkehren, sollten zum Übergang Beitunia gefahren werden.

Mehr als tausend für einen

Das Oberste Gericht in Jerusalem muss noch über vier Klagen gegen den umstrittenen Gefangenenaustausch mit der radikalislamischen Hamas beraten. Die Terroropfer-Organisation Almagor sowie drei weitere Kläger warnen, die Freilassung von mehr als tausend palästinensischen Häftlingen für Schalits Freiheit sei unproportional. Sie gefährde zudem die Sicherheit israelischer Bürger, weil sie zu neuen Anschlägen oder Entführungen ermutigen könne. Noam Schalit, der Vater des entführten Soldaten, ist bei der Beratung ebenfalls anwesend. Die Mutter Aviva Schalit hatte am Sonntag gewarnt, jeder Aufschub des Gefangenenaustauschs könne das Leben ihres Sohnes gefährden.

Quelle: n-tv.de, dpa

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