Politik

Hinrichtung in den USA ausgesetzt Schizophrener bekommt Aufschub

John Ferguson sieht sich selbst als "Herrgott", der mit Spezialkräften von der Sonne ausgestattet ist. Und er ist ein mehrfacher Mörder. In Florida soll der 64-Jährige dafür hingerichtet werden. Doch die Tötung des Mannes wird kurzfristig abgesagt. Über die Straffähigkeit des paranoid Schizophrenen muss neu verhandelt werden.

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John Ferguson

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Im US-Bundesstaat Florida ist auf Anweisung des Obersten Gerichtshofs der USA die Hinrichtung eines geistig kranken Mehrfachmörders in letzter Minute ausgesetzt worden. Laut einem Justizdokument wies das Gericht einen Einspruch Floridas gegen eine Entscheidung eines Berufungsgerichts zurück, das die Hinrichtung gestoppt hatte. John Ferguson, der sich selbst als "Herrgott" bezeichnet, leidet laut seinen Anwälten an paranoider Schizophrenie.

Eigentlich sollte Ferguson am Dienstagabend hingerichtet werden. Der Oberste Gerichtshof war in dem Fall bereits zwei Mal angerufen worden. Das Berufungsgericht in Florida gab nun dem Bundesstaat und der Verteidigung bis zum 6. November Zeit, ihre Positionen in dem Fall erneut darzulegen, bevor ein abschließendes Urteil zum Geistzustand und damit zur Straffähigkeit des 64-Jährigen fallen soll.

"Ein Mann, der überzeugt ist, dass er der 'Herrgott' mit Spezialkräften von der Sonne ist und dass er nicht getötet werden kann, sondern nach seiner Hinrichtung auf die Erde zurückkehren wird, um Amerika vor einer kommunistischen Verschwörung zu retten, hat eindeutig kein 'rationelles Verständnis' der Hinrichtung und ihrer Folgen", erklärten Fergusons Anwälte. Ferguson wurde wegen acht Morden, die er in den Jahren 1977 und 1978 begangen hatte, zum Tode verurteilt.

Quelle: n-tv.de, AFP

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