Politik

Karliczek will Vergleichstests Schulen sollen Schüler vor Ferien prüfen

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Bundesweit sollen Leistungstests den Wissenstand der Schüler ermitteln - und den Nachholbedarf.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Mit einer Klassenarbeit soll in allen Schulen noch vor den Sommerferien ein etwaiger Nachhilfebedarf bei den Schülern ermittelt werden. Entsprechende Empfehlungen werden dann von den Lehrern formuliert. Unklar ist weiter, ob es noch in den kommenden Wochen eine Rückkehr zum Präsenzunterricht geben wird.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek will mit flächendeckenden Lernstandtests an Schulen feststellen, welche Schülerinnen und Schüler besonderen Nachholbedarf haben. Die Überprüfungen seien mit den Ländern vereinbart worden, sagte die CDU-Politikerin im Deutschlandfunk, das am morgigen Sonntag gesendet werden soll. Karliczek und auch die neue Familienministerin Christine Lambrecht plädierten für eine baldige Rückkehr zum Präsenzunterricht an Schulen.

Bei den Tests gehe es darum, die Nachhilfeprogramme, die im neuen Schuljahr starten sollen, passgerechter ausrichten zu können, sagte Karliczek. Der Bund stellt für diesen Zweck eine Milliarde Euro bereit und für soziale Förderprogramme eine weitere Milliarde.

Die Tests sollten jedoch nicht als bundesweite Vergleichstests, sondern "niedrigschwellig" in Form einer Klassenarbeit vorgenommen werden, "aber ein bisschen standardisierter", sagte sie weiter. "Dafür gibt es Module, die jetzt länderübergreifend genutzt werden können." Auf der Basis sollten die jeweiligen Klassenlehrer dann individuelle Empfehlungen aussprechen, was nachzuholen sei. Allerdings ist die Zeit für solche Erhebungen, soweit es sie nicht schon gibt, teils äußerst knapp bemessen: Die ersten Bundesländer gehen bereits in vier Wochen in die Sommerferien, für Klassenarbeiten bleiben dort allenfalls noch zwei bis drei Wochen.

Laut Lehrerverband hätten 20 bis 25 Prozent der Kinder pandemiebedingt große Lücken. "Jetzt muss man natürlich identifizieren, wer sind denn diese 20 bis 25 Prozent der jungen Menschen, die betroffen sind", sagte die Ministerin.

Lauterbach lehnt Präsenzunterricht ab

Zudem bekräftigte die Ministerin ihre Forderung, vor den Sommerferien zum Präsenzunterricht an Schulen zurückzukehren. Mit Blick auf sinkende Infektionszahlen und regelmäßige Tests an Schulen sagte Karliczek: "Wir haben jetzt durch die Situation ganz andere Möglichkeiten, einen sicheren Schulbetrieb möglich zu machen." Es sei wichtig, auch gerade den jungen Menschen jetzt eine Perspektive zu geben. "Das wird auch dazu beitragen, dass die psychischen Belastungen ein Stück weit wieder zurückgehen", zeigte sich die Ministerin überzeugt.

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Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach plädierte hingegen dafür, bis zu den Sommerferien den Wechselunterricht in den Schulen beizubehalten, um neben den Kindern auch deren Eltern nicht zu gefährden, die überwiegend noch nicht geimpft seien. Lauterbach warnte davor, die Erfolge der Corona-Bekämpfung durch zu umfangreiche Lockdown-Lockerungen zunichtezumachen. "Die nächsten zwei bis drei Wochen sind entscheidend", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Karliczek sprach sich zudem dafür aus, angesichts der geschlossenen Universitäten auch Studierende bald zu impfen. Die psychischen Belastungen unter Studierenden seien sehr hoch, sagte die Bildungsministerin. Es könne eine Priorität darauf gesetzt werden, "dass auch die jungen Leute jetzt zügig geimpft werden, sodass sie dann auch die Hochschulen wieder bevölkern können".

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/dpa

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