Politik

NATO vermittelt im Grenzstreit Serbien und Kosovo einigen sich

26164515.jpg

Auch die Bundeswehr ist im Grenzgebiet zwischen Serbien und Kosovo bei der KFOR im Einsatz.

(Foto: picture alliance / dpa)

Zwei Grenzposten brannten, die Positionen von Serbien und Kosovo schienen festgefahren. Doch das Verhandlungsgeschick des deutschen Bundeswehrgenerals Bühler ist offenbar entscheidend: die beiden Seiten einigen sich, der Grenzstreit ist vorerst beigelegt. Die umstrittenen Übergänge werden zur militärischen Sicherheitszone.

Die seit eineinhalb Wochen schwelende Kosovo-Krise ist offenbar beigelegt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Verhandlungskreisen. Danach hat KFOR-Kommandeur Erhard Bühler als "ehrlicher Makler" den Durchbruch bei Albanern und Serben geschafft. Beide Seiten wollten ohne formelles Abkommen eine "Übereinkunft über ein gegenseitiges Verständnis" schließen.

Der kosovarische Regierungschef Hashim Thaci einigte sich mit der NATO über die Kontrolle der zwei umstrittenen Grenzposten im serbisch dominierten Norden des Landes. Seine Regierung habe eine "Einigung zum Erhalt der neu geschaffenen Situation an der Grenze" erzielt, so dass das Kosovo endlich "die volle Kontrolle über seine Grenzen" habe, gab Thaci in Pristina bekannt.

Grenzposten werden Sicherheitszonen

26107189.jpg

Bundeswehrgeneral Erhard Bühler, der Oberkommandierende der von der Nato geführten KFOR-Truppe.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die beiden Grenzposten Jarinje und Brnjak sollten als militärische Sicherheitszonen ausgewiesen und personell mit Soldaten der Kosovo-Schutztruppe KFOR besetzt werden, sagte er seinem Kabinett in einer öffentlichen Sondersitzung. Zudem werde das Kosovo sein Importverbot für serbische Waren aufrechterhalten.

Zuvor hatte sich Thaci mit KFOR-Kommandeur Bühler auf die konkreten Schritte zur Kontrolle der Posten verständigt. Dabei beharrte er auf einer eigenständigen Kontrolle durch das Kosovo.

Ende Juli hatte das Kosovo Einheiten an die Grenzübergänge entsandt, um ein Einfuhrverbot für serbische Waren zu überwachen. Damit reagierte Pristina auf ein bereits seit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo im Jahr 2008 bestehendes serbisches Importverbot für kosovarische Produkte. Angesichts der Eskalation an den Posten übernahm die KFOR schließlich die Kontrolle über die Grenzübergänge.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP