Politik

CDU-Führungsstreit Showdown in der Provinz?

"Die CDU ist nicht das Privatunternehmen von ein paar Spitzenpolitikern". Der CDU-Bezirksvorsitzende Eckhard Uhlenberg bringt gegenüber n-tv.de auf den Punkt, was die Basis seiner Partei denkt. Nachdem Bundesgeschäftsführer Laurenz Meyer die Union mit seiner Plakatkampagne zur Rentenreform brüskierte hat und Fraktionschef Friedrich Merz vehement einen neuen Führungsstil forderte, will die Basis das Gezerre an der Spitze nicht länger mit ansehen.

Selbst wenn die Führungskräfte der CDU nach der Präsidiumssitzung wie erwartet in Harmonie schwelgen sollten, ist die Debatte für Uhlenberg längst nicht gelaufen. Der Vorsitzende des Bezirks Sauer- und Siegerland - immerhin 5 Kreisverbände mit 24.000 Personen - bereitet sich auf ein Treffen mit der Partei- und Fraktionsspitze vor. Ausgerechnet heute Abend will der Uhlenberg den Familienfrieden auf die Probe stellen. Angela Merkel und Friedrich Merz müssen der Basis unter seiner Regie Rede und Antwort stehen: Das Führungsduo der CDU gastiert in der Stadthalle von Werl - zwischen Ruhrpott und Sauerland - wo sonst Kegelvereine und Sportschützen um den ersten Platz auf dem Siegertreppchen konkurrieren.

Eckhard Uhlenberg, der auch Abgeordneter im Düsseldorfer Landtag ist, bemüht sich vor dem großen Ereignis um versöhnliche Worte. „Die Basis spricht nicht von einem Führungsstreit“, sagt Uhlenberg. „Das wäre einen Tacken zu scharf“. Er habe sich entschieden, zunächst einmal zuzuhören, was das Führungsduo seiner Partei zu sagen habe. Erst dann will er seine Forderung stellen. Und die stehen schon lange fest und werden tagein tagaus von CDU-Politikern wiederholt: „Die Basis erwartet eine bessere Abstimmung zwischen den Spitzen der Bundestagspartei und der Fraktion“, so der Bezirksvorsitzende. Diesem Wunsch will er stellvertretend für die erwartete 500 bis 600 Christdemokraten im Publikum Nachdruck verleihen.

Uhlenberg hat seine eigene Theorie zum Dissens in der obersten Etage der CDU: Er vermutet die Ursache der Auseinandersetzungen im Umfeld der Spitzenpolitiker. Seine Diagnose: „Ehrgeiz von Mitarbeitern“ führe zu Konkurrenz, die der CDU schade.

Ob er Friedrich Merz auf seine Ambitionen für eine Kanzlerkandidatur befragen werde? So viel Ehrgeiz maßt sich der Bezirksvorsitzende nicht an. Er verweist auf die Parteilinie: Zur Zeit wolle niemand über künftige Kanzlerkandidaten reden. Schließlich habe man sich darauf geeinigt, dass diese Frage erst im Frühjahr 2002 geklärt werden soll. Das Führungsduo hat offenbar bei seiner Reise in die Provinz nicht viel zu befürchten.

Quelle: ntv.de