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Spionage-Vorwürfe zurückgewiesen Snowden beantwortet Fragen

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat zur Beendigung der weltweiten Massenüberwachung aufgerufen. Foto: Guardian/Glenn Greenwald/Laura Poitras/epa

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat zur Beendigung der weltweiten Massenüberwachung aufgerufen. Foto: Guardian/Glenn Greenwald/Laura Poitras/epa

(Foto: dpa)

Arbeitete Snowden von Anfang an für Russland? Diese Frage kommt im Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses in Washington auf. Der Enthüller weist das von sich und kündigt für die kommenden Tage eine Fragestunde im Internet an.

Edward Snowden lebt in Russland und hat mehr Geheiminformationen der USA enthüllt als jeder KGB-Agent. Da könnte er doch ein russischer Spion gewesen sein, munkeln manche in Washington. Der ehemalige NSA-Mitarbeiter weist das nun von sich. Dem Magazin "The New Yorker" sagte er, entsprechende Behauptungen seien "absurd". Er habe "klar und eindeutig allein gehandelt - ohne Unterstützung von irgendjemandem, erst recht nicht von einer Regierung".

Das hatten zwei Republikaner in Washington angedeutet. Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, Mike Rogers, und der Vorsitzende des Heimatschutzausschusses, Michael McCaul, hatten sich am Sonntag öffentlich gefragt, ob Snowden mit einer fremden Macht zusammengearbeitet hat und ob diese fremde Macht wohl Russland war.

Snowden beantwortet Fragen

Fragen nicht nur dazu beantwortet Snowden demnächst auch persönlich. Er stehe dafür am Donnerstag ab 21 Uhr deutscher Zeit für eine Stunde bereit, hieß es auf der für ihn eingerichteten Internetseite freesnowden.is. Es sei der erste Live-Chat Snowdens seit Juni 2013. Fragen können demnach über den Kurznachrichtendienst Twitter unter dem Hashtag #AskSnowden gestellt werden. Dessen Antworten sollen auf der Internetseite erscheinen.

Der 30-jährige IT-Spezialist war als Angestellter des Beratungsunternehmens Booz Allen Hamilton für den US-Geheimdienst NSA tätig und hatte Zugriff auf vertrauliche Informationen über die Spähprogramme des Dienstes. Ende Mai 2013 setzte er sich mit den Geheimdokumenten von seinem damaligen Dienstort Hawaii in die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong ab und fand schließlich in Russland Unterschlupf. Die US-Justiz erließ gegen Snowden einen internationalen Haftbefehl wegen Spionage.

Quelle: n-tv.de, vpe/AFP/dpa

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