Politik

Türkische Gemeinde warnt Spannungen zwischen Deutschtürken steigen

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In Hamburg und anderen deutschen Städten gingen bereits am Freitag Hunderte Menschen auf die Straße.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Konsequenzen der Verhaftungen der Parteispitze der prokurdischen HDP durch die Erdogan-Regierung sind auch in Deutschland zu spüren: Die Gräben zwischen Anhängern und Gegnern des türkischen Präsidenten werden immer tiefer.

Nach den jüngsten Verhaftungen Oppositioneller in der Türkei warnt die türkische Gemeinde in Deutschland vor offenen Konflikten zwischen den in der Bundesrepublik lebenden Türkischstämmigen. Präsident Recep Tayyip Erdogan versuche, "mit aller Gewalt die Situation in der Türkei zu eskalieren, was verschärfte Auswirkung auch auf das Leben in Deutschland haben wird", sagte Gökay Sofuoglu, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde Deutschland, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Es sei mit zahlreichen Kundgebungen in deutschen Städten zu rechnen.

Sofuoglu rief die Deutschtürken zur Besonnenheit auf: "Niemand sollte sich auf Provokationen einlassen." Auch die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zeigte sich um den sozialen Frieden besorgt. "An die bei uns beheimateten Bürgerinnen und Bürger mit türkischer Abstammung appelliere ich nachdrücklich, innertürkische Konflikte nicht hierher zu tragen, sagte die SPD-Politikerin.

Die türkische Polizei hatte am Freitag die beiden Vorsitzenden der prokurdischen Oppositionspartei HDP festgenommen. Ihnen wird Förderung des Terrorismus vorgeworfen. Nach der Festnahme wurden in der Stadt Diyarbakir bei einem Autobombenanschlag nach offiziellen Angaben acht Menschen getötet und mehr als 100 verletzt.

Quelle: ntv.de