Politik
Bleibt Peer Steinbrück ein Zugpferd für die SPD?
Bleibt Peer Steinbrück ein Zugpferd für die SPD?(Foto: dapd)
Mittwoch, 10. Oktober 2012

SPD legt in Umfrage zu: Steinbrück macht weiter Meter

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SPD-Spitzenmann Steinbrück hat seiner Partei zu einem Traumstart in den Wahlkampf verholfen. Nach seiner Nominierung legen Kandidat und Partei weiter zu. Die Kritik an seinen Nebeneinkünften schadet ihm dabei offenbar nicht - noch nicht, wie die aktuelle Forsa-Umfrage für RTL und "Stern" aber auch zeigt.

Die Nominierung von Peer Steinbrück zum Kanzlerkandidaten hat sich - zumindest in den Zustimmungswerten - als Glücksgriff für die SPD erwiesen. In der aktuellen Forsa-Umfrage für RTL und "Stern" legen die Sozialdemokraten erneut um 1 Prozentpunkt zu und liegen damit bei 30 Prozent. Das bedeutet, dass der Wert seit der Ernennung des wegen seiner Nebentätigkeiten in der Kritik stehenden Finanzfachmanns um 3 Prozent gestiegen ist.

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Leicht erholt hat sich vom Steinbrück-Schock allerdings auch die Union. Die Partei von Kanzlerin Merkel kommt auf 36 Prozent, 1 Prozentpunkt mehr als zuletzt. Federn lassen müssen dagegen Linke und Piraten, sie fallen um je 1 Punkt auf 7 respektive 6 Prozent. Auf gleichem Niveau wie in der Vorwoche verharren Grüne und Liberale. Sie erhielten 12 beziehungsweise 4 Prozent.

Das konstant schwache Auftreten der FDP hätte dann auch für mögliche Koalitionen Folgen. Denn mit 4 Prozent scheiterte Philipp Röslers Truppe an der Sperrminorität und stünde für ein Bündnis mit der CDU nicht bereit. Auf der anderen Seite käme die von SPD und Grünen präferierte Verbindung auf lediglich 42 Prozent der Stimmen. Bliebe eine solide Große Koalition - die aber derzeit keiner der Beteiligten anstrebt.

Steinbrück muss Fragen beantworten

Bis zum Wahltermin im Herbst 2013 vergeht noch viel Zeit, es ist noch viel Bewegung drin. Das deutet sich auch bei den Zuschreibungen politischer Kompetenz an. So glauben immer mehr Menschen - mittlerweile 14 Prozent -, dass die SPD die Probleme des Landes am besten lösen könnte. Damit liegt Steinbrücks Partei noch weit hinter der Union - die kommt auf 27 Prozent -, hat aber binnen einer Woche um 2 Prozentpunkte aufgeholt. Marginal bleibt hier die Rolle der FDP und der Grünen, die lediglich auf 1 und 2 Prozent kommen.

Ohne Zweifel: Das Wiedererstarken der SPD in den Umfragen hängt eng mit Steinbrück zusammen. So robbt sich der spröde Norddeutsche auch in der - freilich rein hypothetischen - Frage nach der direkten Wahl zwischen sozialdemokratischem Kandidaten und konservativer Kanzlerin weiter heran. Angela Merkel war hier bereits in der Vorwoche auf 46 Prozent Zustimmung abgerutscht, der Wert stagniert. Steinbrück dagegen kann sich weiter auf 35 Prozent verbessern.

Entscheidend wird sein, wie die SPD und ihr Spitzenmann mit den Vorwürfen wegen der Redehonorare umgehen. Zwar hält mit 59 Prozent die Mehrheit der Deutschen die Kritik daran für unberechtigt. Über ein Drittel der Befragten halten Fragen an den Ex-Finanzminister dagegen aber für durchaus angebracht. Die wird er beantworten müssen - auch, um Unruhe in den eigenen Reihen zu vermeiden. Denn selbst unter SPD-Anhängern nehmen über ein Viertel Anstoß an Steinbrücks Nebenjobs.

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Quelle: n-tv.de