Politik

Gräser und Knollen reichen nicht Südsudaner drohen zu verhungern

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Vor allem Kinder haben schlechte Überlebenschancen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der schwelende Konflikt zwischen Sudan und Südsudan hat für die Menschen in der Region verheerende Folgen. Weil sie nicht auf die Felder können, wird kaum etwas ausgesät und später auch nichts geerntet. Schon jetzt hungern viele.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat vor einer Hungersnot im Südsudan gewarnt. Sollte nicht umgehend gehandelt werden, drohten bis zu eine Million Menschen in dem Land in den kommenden Monaten Hunger zu leiden, sagte Ban in New York nach einem Treffen mit der für humanitäre Hilfe verantwortlichen EU-Kommissarin Kristalina Georgieva.

Hunderttausende seien bereits unterernährt. Erst kürzlich hatte das UN-Kinderhilfswerk Unicef gewarnt: "Sollte die Behandlung nicht umgehend verbessert werden, werden bis zu 50.000 Kinder im Alter bis zu fünf Jahren wahrscheinlich sterben." Für 3,7 Millionen Menschen - unter ihnen 740.000 Kinder unter fünf Jahren - sei die Ernährung nicht gesichert, heißt es weiter. Viele Südsudanesen würden bereits jetzt Gräser und Knollen essen - wie in Zeiten einer Hungersnot. "Wenn der Konflikt andauert und die Bauern die Anbauzeit verpassen, werden wir ein noch nie dagewesenen Ausmaß an Unterernährung von Kindern sehen", sagte der Unicef-Beauftragte für Südsudan, Jonathan Veitch.

Die Pflanzsaison im Südsudan ist gewöhnlich im April und Mai, doch können viele Bauern dieses Jahr ihre Felder wegen der Kämpfe zwischen den Truppen von Präsident Salva Kiir und den Rebellen unter Führung seines früheren Stellvertreters Riek Machar nicht bestellen. "Sollten die Bauern es in den kommenden zwei Monaten nicht auf ihre Felder schaffen, braucht es nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, was im November und Dezember passiert, wenn die Ernte fällig ist: Es wird keine geben", sagte UN-Hilfskoordinator für den  Südsudan, Toby Lanzer. Er warnte, dass die Uno es wegen der Gewalt  kaum schaffe, Vorratslager vor Beginn der Regenzeit aufzubauen, die  Straßen vielerorts unpassierbar macht.

Der Südsudan ist seit 2011 unabhängig und damit der jüngste Staat Afrikas. Seit Monaten tobt ein Machtkampf zwischen Präsident Kiir und seinem Rivalen Machar. Beide repräsentieren unterschiedliche Bevölkerungsgruppen. Hunderttausende Menschen sind wegen der Gewalt auf der Flucht.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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