Politik

Drama am Nanga Parbat Taliban ermorden zehn Bergsteiger

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Der Berg Naga Parbat ist der neunthöchste Berg der Welt.

(Foto: AP)

Ein Basislager des bei Touristen beliebten Berges Nanga Parbat in Pakistan wird überfallen. Zehn Bergsteiger und ein Einheimischer sterben. Zu der Attacke bekennt sich eine sunnitische Extremistenorganisation, die zu den Taliban gehört. Ihr Motiv: Rache.

Bewaffnete Täter haben im pakistanischen Himalaya-Gebirge mindestens neun ausländische Bergsteiger und einen Pakistaner getötet. Laut dpa wurden sogar zehn Ausländer getötet. Nach Polizeiangaben überfielen die Angreifer, die Uniformen der Militärpolizei trugen, am späten Samstagabend ein Basislager am Nanga Parbat, einem der höchsten Berge der Welt. Zu dem Anschlag bekannten sich am Sonntag die pakistanischen Taliban, meldete die Nachrichtenagentur AFP.

Unter den Opfern seien Bergsteiger aus China, der Ukraine und Russland, sagte ein ranghoher Polizeisprecher dem staatlichen Fernsehsender PTV. Ein Chinese überlebte demnach den Anschlag. Der ukrainische Botschafter in Islamabad, Wladimir Lakomow, sagte der Nachrichtenagentur AFP, fünf seiner Landsleute seien getötet worden. Der erst seit Anfang des Monats amtierende pakistanische Regierungschef Nawaz Sharif verurteilte den Angriff in aller Schärfe und ordnete "gründliche Ermittlungen und die Festnahme der Schuldigen" an.

Eine zu den islamistischen Taliban gehörende Gruppe namens Junood ul-Hifa übernahm die Verantwortung für den Überfall. Der Talibansprecher Ehsanullah Ehsan sagte in einem Telefonat mit AFP, mit der Tat sollte die Tötung des Talibanführers Waliur Rehman durch eine US-Drohne Ende Mai gerächt werden.

Kein Polizeischutz für Ausländer

Der pakistanische Innenminister Chaudhry Nisar sagte im Parlament, die Angreifer seien mit Hilfe zweier von ihnen verschleppten Bergführer zu dem Basislager gelangt. Einer der beiden Pakistaner sei erschossen worden, der andere sei am Leben. Nisar räumte ein, dass es für Ausländer in der betreffenden Region keinen Polizeischutz gebe. In einer Erklärung des Außenministeriums hieß es: "Wer dieses abscheuliche Verbrechen beging, wollte offenbar die wachsenden Beziehungen zwischen Pakistan und China sowie anderen befreundeten Ländern zerstören."

Die pakistanische Regierung ist mit massiven Problemen konfrontiert. Dazu gehören eine lahmende Wirtschaft und die anhaltende Gewalt der Taliban. Die Himalaya-Region war bislang von Gewalt verschont geblieben. Sie gehörte zu den wenigen verbliebenen Gebieten mit ausländischem Tourismus.

Sharif hatte sich in der Vergangenheit für Friedensgespräche mit den Taliban ausgesprochen. Den tödlichen Drohnenangriff auf den Talibanführer hatte er verurteilt und sich Angriffe der USA auf Pakistans nationale Souveränität verbeten.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP/rts