Politik

Schwere Kämpfe in Afghanistan Taliban erobern Militärcamp

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Die afghanischen Sicherheitskräfte (Archivbild) haben die Lage nicht im Griff.

(Foto: imago/Xinhua)

Die radikalislamischen Taliban forcieren ihre Angriffe gegen die afghanischen Sicherheitskräfte. In der Provinz Fariab nehmen sie eine Militärbasis ein. Dutzende Soldaten kommen zu Tode.

Radikalislamische Taliban haben eine Militärbasis in Nordwestafghanistan erobert und dabei vermutlich Dutzende Soldaten getötet. Rund 140 Militärs seien in dem Camp im Bezirk Ghormatsch der Provinz Fariab stationiert gewesen, sagte der Provinzrat Mohammed Tahir Rachmani.

Seinen Angaben zufolge hat nur eine kleine Gruppe von Soldaten den Angriff in der Nacht zu Dienstag überlebt. Sie hätten sich nach drei Tagen schwerer Gefechte ergeben. Das Schicksal der Überlebenden sei ungewiss.

Bereits seit rund zwei Monaten war die Militärbasis von der Außenwelt abgeschnitten, da der ganze Bezirk rund um das Camp vollständig von Taliban kontrolliert werde, sagte der Provinzrat Sibchatullah Sailab.

Die Soldaten hätten mehrere Male um Nachschub und Verstärkung gebeten, allerdings sei keine angekommen. "Sie haben bis zur letzten Kugel gekämpft. Jene, die dann noch am Leben waren, haben sich ergeben", sagte Sailab. Er vermutete, dass mindestens 50 Soldaten getötet wurden.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, Ghafur Ahmad Dschawid, bestritt, dass die Taliban das Camp erobern konnten. Unterstützung und Nachschub seien auf dem Weg zur Basis.

Die Provinz Fariab gehört mittlerweile zu einer der am schwersten umkämpften Regionen des Landes. Afghanische Militärs schätzen die Situation dort als mindestens gleich prekär ein wie in der ostafghanischen Provinz Ghazni, wo Taliban vergangenen Freitag die gleichnamige Provinzhauptstadt überfielen und sich weiter Kämpfe mit Regierungseinheiten lieferten.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa

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