Politik

Amnesty-Bericht Taliban terrorisieren Nordpakistan

Pakistan_Daily_Life_XVT108.jpg1538379817066207222.jpg

Kinder spielen in einem Lehmhüttendorf.

(Foto: AP)

Im Nordwesten Pakistans leben vier Millionen Menschen in ständiger Angst, Opfer der Taliban zu werden. Die Taliban brennen Mädchenschulen nieder und töten Frauen wegen "unmoralischen Verhaltens", jährlich werden weit über 1000 Zivilisten getötet.

Der von den radikalislamischen Taliban kontrollierte Nordwesten Pakistans entwickelt sich nach Ansicht von Amnesty International zunehmend zur "menschenrechtsfreien Zone". Fast vier Millionen Menschen lebten in den betroffenen Gebieten, erklärte die Menschenrechtsorganisation in einem in Islamabad veröffentlichten Bericht.

Pakistan_Daily_Life_XVT102.jpg4692156451815707703.jpg

Ein pakistanischer Junge blickt neugierig in die Kamera eines Fotoreporters.

(Foto: AP)

Sie seien von der Regierung aufgegeben worden und lebten in ständiger Angst, Opfer der Taliban zu werden. Glaubwürdigen Angaben zufolge seien allein im vergangenen Jahr im Nordwesten Pakistans mindestens 1300 Zivilisten getötet worden, erklärte Amnesty.

Der Amnesty-Bericht basiert auf rund 300 Interviews mit Bewohnern der Stammesgebiete und belegt systematische Menschenrechtsverletzungen in den von den Taliban kontrollierten Gebieten. "Die Taliban setzen ihre Normen mit aller Gewalt durch", erklärte Sigrid Krieg, Pakistan-Expertin von Amnesty International in Deutschland. "Sie attackieren Lehrer, politische Aktivisten und Entwicklungshelfer. Sie haben sogenannte 'islamische' Gerichte eingerichtet, die die Scharia rigide auslegen."

Besonders gefährdet seien Frauen und Mädchen, erklärte Krieg. "Die Taliban brennen Mädchenschulen nieder und töten Frauen wegen 'unmoralischen' Verhaltens."

Quelle: n-tv.de, rts