Politik

Korruption in aller Welt Transparency International warnt

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Anti-Korruptionsorganisation Transparency International ist besorgt: Korruption gehört fast weltweit zum Alltag, am schlimmsten ist es in Afghanistan und Somalia. Doch auch Deutschland ist nicht ganz unbefleckt. Besonders die Verfolgung von Abgeordnetenbestechung ist nur unzureichend geregelt.

Trotz internationaler Forderungen nach einem entschiedeneren Kampf gegen die hat sich die dortige Lage laut der Organisation Transparency International (TI) nicht verbessert. In ihrem diesjährigen Korruptionsindex, den die Organisation vorstellte, rangierte Afghanistan mit Birma auf dem vorletzten Platz, nur im Bürgerkriegsland Somalia war die Lage 2010 demnach noch schlechter. Auf einer Skala von zehn ("sehr sauber") bis null ("hochgradig korrupt") wurde Afghanistan in diesem Jahr mit 1,4 bewertet. Im vergangenen Jahr war das Land mit 1,5 Punkten ebenfalls auf dem vorletzten Platz gelandet.

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Erst kürzlich kam heraus: Afghanistan erhielt Taschen mit Bargeld aus Teheran.

(Foto: REUTERS)

TI zeigte sich besorgt darüber, dass fast drei Viertel der 178 untersuchten Länder nur einen Wert unter fünf Punkten erreichten. Die TI-Vorsitzende Huguette Labelle forderte die internationale Gemeinschaft auf, ihre Bemühungen um eine gute Regierungsführung in aller Welt zu verstärken und die UN-Konvention gegen Korruption konsequent umzusetzen. Korruption weiter zuzulassen sei "inakzeptabel; zu viele arme und verletzliche Menschen in aller Welt leiden weiter unter ihren Folgen".

Kaum besser als in Afghanistan sieht die Lage laut TI mit einem Wert von 1,5 Punkten im Irak aus. Auf den letzten Plätzen der Korruptionsrangliste rangieren viele afrikanische Staaten, aber auch die zentralasiatischen Länder Usbekistan, Turkmenistan (beide Platz 172 mit 1,6 Punkten), Kirgistan (Platz 164/2.0 Punkte) und Tadschikistan (Platz 154/2,1 Punkte). Schlecht schnitten auch der Sudan (Platz 172/1,6 Punkte), Venezuela (Platz 164/2,0 Punkte), der Jemen, Libyen, der Iran und Haiti (alle Platz 146 mit 2,2 Punkten) ab.

Deutschland leicht verschlechtert

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Die Rangliste 2009.

(Foto: AP)

Nach Platz 14 mit 8,0 Punkten im vergangenen Jahr schnitt Deutschland beim Index 2010 mit 7,9 Punkten und Platz 15 ähnlich gut ab. Als positiv bewertete es die Organisation, dass die Zahl der Ermittlungsverfahren wegen Bestechung zugenommen habe. Unzureichend geregelt sei in Deutschland dagegen weiter die Verfolgung von Abgeordnetenbestechung.

Wie die Organisation mitteilte, verschlechterten sich die Werte für Länder wie die USA, Italien oder Griechenland gegenüber dem Vorjahr. Spitzenreiter sind wie im Vorjahr mit jeweils 9,3 Punkten Dänemark, Neuseeland und Singapur, gefolgt von Finnland und Schweden mit je 9,2 Punkten.

Für den Index wurden laut TI 13 Prüfungen und Studien aus dem Zeitraum Januar 2009 bis September 2010 ausgewertet. Aus Gründen wie einer veränderten Quellenlage können die Werte aus diesem Jahr nicht direkt mit Index 2009 verglichen werden.

Quelle: ntv.de, AFP