Politik

Polit-Wolf frisst Kreide Trump bereut harsche Worte

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Trump hat sehr schlechte Wochen hinter sich und braucht dringend Erfolge.

(Foto: REUTERS)

Laut, polternd, verletzend - so kennt man Donald Trump. Eigentlich. Denn der US-Präsidentschaftskandidat kann auch anders: Bei seiner jüngsten Rede gibt Trump sich zahmer - und bedauert seine Äußerungen. Steckt eine neue Strategie dahinter?

Neue Berater, neuer Stil? Donald Trump hat bei einem Wahlkampfauftritt mit einem völlig ungewohnten Eingeständnis überrascht: "Manchmal, in der Hitze der Debatte, und wenn man über viele Dinge gleichzeitig spricht, wählt man nicht die richtigen Worte, oder man sagt das Falsche. Das ist mir passiert. Und glaubt es oder nicht, ich bereue das", sagte Trump in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina.

Das eiserne Nicht-Eingestehen von Fehlern gehört eigentlich zu Trumps Markenkern. Er hat wiederholt gesagt, Fehler zuzugeben sei eine Schwäche und eines Anführers nicht würdig. Nun sagte er in vorbereiteten, abgelesenen Bemerkungen, er bereue seine Worte vor allem, wenn sie persönlichen Schmerz verursacht haben sollten. "Aber ich werde immer die Wahrheit sagen", sagte er.

Handschrift der neuen Berater?

Der Immobilienmilliardär hatte in den vergangenen Wochen mit seinen Äußerungen immer wieder Stürme der Entrüstung entfacht. So attackierte er die muslimischen Eltern eines im Irak gefallenen US-Soldaten und hielt eine mehrdeutige Ansprache an Waffenfreunde, die von Kritikern als Aufruf zur Gewalt gegen seine Rivalin Hillary Clinton gedeutet wurde. In den Umfragen ist er deutlich hinter die Demokratin zurückgefallen.

Trump hatte am Vortag in Steve Bannon einen neuen Leiter seines Wahlkampfteams eingestellt, außerdem in Kellyanne Conway eine Umfrage- und Datenspezialistin. Trumps Auftritt könnte bereits Conways Handschrift getragen haben. Trump hat sehr schlechte Wochen hinter sich und braucht dringend Erfolge. Bei Trumps Auftritt fehlte auch der sonst übliche Frontalangriff auf die Medien, deren in seinen Augen parteiische Berichterstattung verantwortlich für seine derzeit schlechte Lage in den Umfragen ist.

In einem Fernsehinterview am Dienstag hatte Trump aber auch klargestellt, dass er keinen generellen Imagewechsel plane. "Ich bin, wer ich bin. Das bin ich. Ich will mich nicht ändern", hatte er gesagt.

Quelle: ntv.de, kst/dpa/AFP