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Donnerstag, 04. August 2016

"Warum setzen wir sie nicht ein?": Trump beunruhigt mit Atomwaffen-Aussage

Dass Donald Trump gern gegen alles und jeden pöbelt, ist bekannt. Eine Äußerung zeigt sein möglicherweise erschreckend entspanntes Verhältnis zu nuklearen Waffen. Trumps Wahlkampfmanager dementiert den Vorfall.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump tönt nicht nur gern gegen Frauen, Muslime und schreiende Babys, er hat offenbar auch ein beunruhigend entspanntes Verhältnis zu Atomwaffen. Dem US-amerikanischen TV-Sender MSNBC zufolge soll Trump bei einem Treffen mit außenpolitischen Beratern gleich dreimal dieselbe Frage gestellt haben: "Wenn wir Atomwaffen haben, warum setzen wir sie nicht ein?" Trumps Wahlkampfmanager Paul Manafort bestritt den Vorfall. Dies sei "absolut unwahr", sagte Manafort bei "Fox News". Er selbst habe an dem entsprechenden Treffen teilgenommen, eine solche Frage sei dort nicht gestellt worden.

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Das Treffen soll bereits vor einigen Monaten stattgefunden haben. Wer genau daran teilnahm, ist unklar. MSNBC-Moderator Joe Scarborough berichtet davon im politischen Morgenmagazin "Morning Joe". Die zugeschalteten Gäste sind sprachlos. Einer von ihnen: Michael Hayden. Er war von 2006 bis 2009, unter George W. Bush, CIA-Chef. Zuvor, von 1999 bis 2005 und damit auch unter Bill Clinton, leitete er die NSA.

Gefährlich unberechenbar

Hayden zeigte sich in der Sendung besorgt darüber, wie unberechenbar Trump sei. "Das ist gefährlich", sagte er. "Es ängstigt deine Freunde und fordert deine Feinde heraus." Nun fragt Moderator Scarborough den Ex-CIA-Chef nach dem Atomwaffen-Prozedere: "Wenn sich Donald Trump dazu entscheidet, eine nukleare Waffe einzusetzen: Wie viel Zeit vergeht dann zwischen seiner Entscheidung und dem Moment, in dem die Waffe abgeschossen wird?" Hayden antwortet, das käme auf das Szenario an. Aber das System wäre auf Geschwindigkeit und Entschlossenheit ausgerichtet. "Es ist nicht dafür konzipiert, die Entscheidung zu diskutieren."

Bereits an anderer Stelle hatte der republikanische Milliardär mit seiner Einstellung zu Massenvernichtungswaffen schockiert. Die Fähigkeit, das größte Atomwaffen-Arsenal der Welt zu kontrollieren, wird ihm von mehreren Seiten abgesprochen.

Immer weniger Rückhalt

Im April hatte Trump anlässlich des Gipfels für nukleare Sicherheit erklärt, wie man seiner Meinung nach auf die atomare Bedrohung durch Nordkorea reagieren sollte: Die USA könnten Japan und Südkorea mit Atomwaffen ausstatten. Eine beunruhigende Aussage - nicht nur für Hillary Clinton. Auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten sagte sie: "Einem Mann, den man mit einem Tweet reizen kann, kann man unmöglich unser Atomwaffen-Arsenal anvertrauen."

Auch in den eigenen republikanischen Reihen sprechen sich immer mehr Politiker gegen Trump aus. In der amerikanischen Bevölkerung verliert er derzeit zunehmend an Rückhalt, seine Umfragewerte gehen zurück. Medien spekulieren, dass Trump möglicherweise aufgibt und seine Präsidentschaftskandidatur hinschmeißt. Denn eines hasse er ganz besonders: zu verlieren.

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Quelle: n-tv.de