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Geiselexperte O'Brien übernimmt Trump ernennt neuen Sicherheitsberater

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O'Brien bei seiner Ankunft in Stockholm während des Prozesses gegen Rapper ASAP Rocky.

(Foto: REUTERS)

US-Präsident Trump macht den Diplomaten O'Brien zu seinem obersten Berater in Sicherheitsfragen. Bislang war der Anwalt als Sondergesandter der Regierung für Geiselangelegenheiten beschäftigt.

Eine Woche nach dem Rauswurf John Boltons hat US-Präsident Donald Trump die Ernennung des Diplomaten Robert O'Brien zum neuen Nationalen Sicherheitsberater angekündigt. O'Brien sei bislang "sehr erfolgreich" als Sondergesandter für Geiselangelegenheiten im Außenministerium tätig gewesen, erklärte Trump auf Twitter. "Ich habe lange und hart mit Robert zusammengearbeitet", schrieb er weiter. "Er wird einen tollen Job machen!"

Der Jurist wird der vierte Nationale Sicherheitsberater in Trumps Amtszeit. Der Nationale Sicherheitsberater spielt bei der Ausarbeitung der amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik eine wichtige Rolle. Er ist dem Präsidenten direkt unterstellt; seine Ernennung muss nicht vom US-Senat bestätigt werden.

Konflikte mit Trump

Bolton war vergangenen Woche aus der Regierung ausgeschieden. Laut Trump wurde er wegen starker Meinungsverschiedenheiten gefeuert. Bolton erklärte dagegen, er sei von sich aus zurückgetreten. Bolton lag bei mehreren außenpolitischen Themenfeldern über Kreuz mit Trump. So gab es etwa Differenzen bei der Frage, ob die USA mit den Taliban in Afghanistan ein Abkommen schließen sollte. Er war zudem einer der glühendsten Verfechter des US-Einmarsches in den Irak, den Trump als schweren Fehler kritisiert hat.

Bolton verfolgte auch eine unversöhnliche Haltung im Iran-Konflikt. Irans Außenminister Mohammed Dschwad Sarif warf Bolton vor, Trump in eine militärische Konfrontation mit seinem Land verwickeln zu wollen. Auch die harte Haltung der US-Regierung gegenüber Venezuelas umstrittenem Präsidenten Maduro - und das Ausbleiben der von Bolton anvisierten schnellen Lösung des Konflikts - lastete Trump ihm offenbar an.

Prozessbeobachter in Stockholm

In seiner bisherigen Funktion beriet der Jurist O'Brien die Regierung bei Geiselnahmen und hielt Kontakt mit den Familien Entführter, wie es auf der Webseite des Außenministeriums hieß. Zuvor hatte sich der Karrierediplomat unter den Außenministerinnen Condoleezza Rice und Hillary Clinton mit Justizreformen in Afghanistan befasst. Davor war er 2005 vom Senat bestätigt worden, um mit dem damaligen UN-Botschafter Bolton in New York zu arbeiten. O'Brien ist dem Ministerium zufolge auch Gründungspartner einer Rechtsanwaltskanzlei in Los Angeles, die sich auf internationale Verfahren spezialisiert hat.

O'Brien war in Europa jüngst bekannt geworden, weil Trump ihn zum Prozess gegen den Rapper ASAP Rocky nach Schweden geschickt hatte. Dort nahm er zeitweise als Beobachter am Verfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung teil. Dem Rapper war vorgeworfen worden, Ende Juni in Stockholm zusammen mit zwei Begleitern einen 19-jährigen Mann zusammengeschlagen zu haben. Trump hatte sich auch persönlich in den Fall eingeschaltet und mit Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven telefoniert. Letztlich war ASAP Rocky verurteilt worden, um eine Haftstrafe ist er jedoch herumgekommen. Dem Opfer wurde Entschädigung zugesprochen.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/AFP/rts

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