Politik

Verschwörung im Fall Epstein? Trump spielt Tweet herunter

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"Das war nicht von mir", sagt Trump zum fragwürdigen Inhalt seines Retweets.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach dem Tod des mutmaßlichen Kinderschänders Epstein sind so manche Verschwörungstheorien zur Ursache im Umlauf. Einen Tweet, der Ex-Präsident Clinton dafür verantwortlich macht, verbreitet der amtierende Präsident Trump weiter - möchte sich jedoch nichts zuschulden gekommen lassen haben.

US-Präsident Donald Trump hat eine Twitter-Nachricht mit einer Verschwörungstheorie zum Tod von Jeffrey Epstein heruntergespielt, die er weiterverbreitet hat. Trump hatte am Samstagabend eine Nachricht retweetet, die den demokratischen Ex-Präsidenten Bill Clinton in die Nähe von Epsteins Tod rückt.

Trump sagte dazu nun vor Journalisten in Morristown (New Jersey), es habe sich um den Tweet eines "hoch angesehenen konservativen Experten" und "großen Trump-Fans" gehandelt. "Das war ein Retweet, das war nicht von mir, das war von ihm", fügte er hinzu. Auf die Frage, ob er wirklich glaube, dass die Clintons in den Tod von Epstein involviert seien, sagte Trump: "Ich habe keine Ahnung."

Er frage sich jedoch, warum Clinton über die Anzahl der Flüge in Epsteins privaten Flugzeug gelogen habe, sagte Trump weiter. Zudem wolle er wissen, wie oft der Ex-Präsident Urlaub auf der privaten Insel des Multimillionärs gemacht habe.

Gefängnisdirektor wird versetzt

Der Twitter-Aktivist und Trump-Unterstützer Terrence K. Williams hatte am Samstag in einer Nachricht nahegelegt, dass Bill und Hillary Clinton für den Tod von Epstein verantwortlich seien. "Suizid trotz ständiger Beobachtung? Ja, klar! Wie soll das gehen?", twitterte Williams. Er erklärte, Epstein habe Informationen über Bill Clinton gehabt und nun sei er tot. Twitter-Nutzer forderte er auf, die Nachricht zu retweeten, wenn sie davon nicht überrascht seien.

Epstein starb am Wochenende in einem New Yorker Gefängnis. Er soll sich umgebracht haben. US-Justizminister William Barr beklagte "schwere Unregelmäßigkeiten" in der Haftanstalt und kündigte eine gründliche Untersuchung des Falls an. Auf Barrs Veranlassung wurde der Direktor der Haftanstalt während der laufenden Untersuchungen versetzt. Zudem wurden die beiden Wachen, die mit der Aufsicht Epsteins in dessen Todesnacht betraut waren, beurlaubt. Das teilte eine Sprecherin des Justizministeriums mit.

Dem in der US-Elite bestens vernetzten Geschäftsmann Epstein, der zeitweise Kontakte zu Trump, zu Clinton und zu Prinz Andrew aus Großbritannien pflegte, wurde von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Der Geschäftsmann habe zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut, hieß es in der Anklageschrift. Einige Mädchen seien erst 14 Jahre alt gewesen.

Rat und Nothilfe bei Suizid-Gefahr und Depressionen

  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222 oder 116-123, Anruf kostenfrei) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333 oder 116-111; Mo-Sa von 14 bis 20 Uhr)
  • Bei der Deutschen Depressionshilfe sind regionale Krisendienste und Kliniken zu finden, zudem Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige. Dort gibt es auch eine E-Mail-Beratung für Depressive.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

 

Quelle: n-tv.de, lri/dpa