Politik
Inzwischen ist die US-Armee mit 1000 Soldaten in Syrien aktiv.
Inzwischen ist die US-Armee mit 1000 Soldaten in Syrien aktiv.(Foto: dpa)
Donnerstag, 09. März 2017

Frische Kräfte im Kampf um Rakka: Trump stockt Truppe in Syrien auf

Seit Monaten bemüht sich eine von den USA geführte Koalition um die Rückeroberung Rakkas. Für die Kämpfe am Boden entsendet das Pentagon Hunderte weiterer Soldaten nach Syrien.

Im Kampf um die syrische Stadt und IS-Hochburg Rakka stationieren die USA mehrere Hundert weiterer Soldaten in dem Land. Die rund 400 Angehörigen der Spezialkräfte Marines und Army Rangers würden "für einen begrenzten Zeitraum" die einheimischen Verbündeten im Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) unterstützen, sagte der Sprecher der US-geführten Anti-IS-Koalition, John Dorrian.

Ein Teil der in den vergangenen Tagen eingetroffenen Soldaten solle die Rückeroberung von Rakka unterstützen. Die Soldaten kämen aber nicht unmittelbar an der Front zum Einsatz, sagte der Sprecher weiter. Damit sind nach offiziell bestätigten Angaben mittlerweile fast 1000 US-Soldaten in Syrien im Einsatz.

Die USA unterstützt in Syrien ein Bündnis, an dem auch die kurdische YPG-Miliz beteiligt ist, die vom Nato-Verbündeten Türkei als terroristisch angesehen wird. Seit November konzentriert sich das Bündnis auf die Einkesselung Rakkas, der verbliebenen Hochburg der Extremistenmiliz IS in Syrien. Dort wurde nach Angaben kurdischer Milizionäre mittlerweile die letzte größere Straße aus der Stadt heraus abgeriegelt.

Dorrian erklärte, die Bemühungen, Rakka zu isolieren, verliefen "sehr, sehr gut", würden aber noch einige Wochen in Anspruch nehmen. "Wir haben in der Gegend eine ziemlich unbarmherzige Luftkampagne geführt, um die Infrastruktur des Feindes zu zerstören und feindliche Kämpfer zu töten. Das werden wir mit den neuen Kräften intensivieren", kündigte der US-Luftwaffenoberst an.

Einem Bericht der oppositionsnahen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge starben bei den Kämpfen um die Stadt wieder zahlreiche Zivilisten. Bei Luftangriffen vermutlich der US-geführten Koalition seien 23 Zivilisten, darunter acht Kinder, getötet worden, erklärten die Beobachter. Der Vorfall habe sich in der Ortschaft al-Matab südöstlich von Rakka ereignet.

Quelle: n-tv.de