Politik
Hauptsache "Made in the USA": Der US-Präsident vor einer Flagge aus US-amerikanischen Schraubenschlüsseln.
Hauptsache "Made in the USA": Der US-Präsident vor einer Flagge aus US-amerikanischen Schraubenschlüsseln.(Foto: AP)
Mittwoch, 19. April 2017

Mehr Aufträge für US-Firmen: Trump unterzeichnet "Buy American"-Dekret

Ausländische Unternehmen bekämen von der US-Regierung zu viele Aufträge, findet Präsident Trump. Das soll sich dank seines neuesten Dekrets ebenso ändern wie die seiner Meinung nach zu großzügige Vergabe von Arbeitsvisa. US-Firmen sind nicht begeistert.

US-Präsident Donald Trump hat ein Dekret unterzeichnet, das die Ausstellung von Arbeits-Visa für hoch qualifizierte Ausländer erschweren sowie US-Firmen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge bevorzugen soll. Arbeitsplätze müssten "zuerst amerikanischen Arbeitern" angeboten werden, sagte Trump bei einem Besuch eines Werkzeugherstellers in Kenosha im Bundesstaat Wisconsin. "Zusammen werden wir alles in unserer Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass mehr Produkte mit diesen wunderbaren Worten versehen werden: Made in the USA", versprach der Präsident.

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Zur Vergabe von Aufträgen von Regierungsbehörden soll es zunächst interne Prüfungen geben. Die Bundesbehörden sollen Reformvorschläge erarbeiten, wie eine "Buy American, Hire American"-Politik ("Kauft Amerikanisch, stellt Amerikanisch ein") umgesetzt werden kann. Trump sagte, in der Vergangenheit seien zu viele Aufträge an ausländische Firmen gegangen, zu Lasten von Fabriken und Jobs in den USA. Die USA würden nun aber ein "starkes Signal" in die Welt senden, sagte Trump.

Zudem stellt Trump die Vergabepraxis für die stark nachgefragten Einreisevisa der Klasse H-1B auf den Prüfstand. Aus seiner Sicht gab es dabei in der Vergangenheit "Betrug und Missbrauch". Die Vergabekriterien sollen nun strenger eingehalten werden.

Handelskammer warnt Trump

Die H-1B-Visa sind bislang ein wichtiges Instrument zur Rekrutierung von Fachkräften etwa für High-Tech-Unternehmen im Silicon Valley. Diese Visa richten sich an hoch qualifizierte Wissenschaftler, Ingenieure und Programmierer aus dem Ausland. In den vergangenen Jahren hatten insbesondere gut ausgebildete Inder davon profitiert. Jedes Jahr werden derzeit rund 85.000 H-1B-Visa vergeben. Viele Unternehmen hatten bereits davor gewarnt, dass eine Einschränkung der Vergabepraxis der US-Wirtschaft schade.

Das Weiße Haus ist allerdings der Ansicht, dass dadurch auch viele relativ gering qualifizierte Ausländer in die USA kamen und den einheimischen Arbeitnehmern Konkurrenz machten. Im Wahlkampf hatte Trump mit einer "Amerika zuerst"-Politik geworben und angekündigt, den Interessen von US-Arbeitnehmern absoluten Vorrang zu geben. Die US-Handelskammer warnte, das Visa-Programm dürfe zwar überarbeitet, aber zum Wohle der Wirtschaft nicht abgeschafft werden.

Quelle: n-tv.de

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