Politik

"Enorme Fortschritte" Trump will Nato doch die Treue halten

Von einem Alleingang der USA ist keine Rede mehr: US-Präsident Trump bekennt sich in Brüssel klar zur Nato, die er für stärker hält als zuvor. Auch vor Deutschland hat er nach seinen vorausgegangenen Verbalattacken wieder "große Achtung".

US-Präsident Donald Trump sieht nach dem Streit beim Nato-Gipfel einen "enormen Fortschritt" bei den Verteidigungsausgaben der Verbündeten der westlichen Militärallianz. "Ich glaube an die Nato", sagte der US-Präsident bei einer abschließenden Pressekonferenz in Brüssel.

Zuvor hatte er durch scharfe Verbalattacken vor allem gegen Deutschland den Streit um die nach seiner Ansicht zu niedrigen Ausgaben der Nato-Partner der USA eskalieren lassen, so dass noch eine Sondersitzung der Allianz anberaumt wurde. Aus Teilnehmerkreis hatte es geheißen, dass Trump mit einem Alleingang der USA gedroht habe, falls die Länder bis Januar 2019 nicht ihre Verteidigungsausgaben auf das gewünschte Ziel von zwei Prozent der Wirtschaftskraft steigerten.

In der Pressekonferenz erklärte Trump nun aber, die USA fühlten sich der Nato verpflichtet. Er habe den Nato-Partnern aber deutlich gemacht, dass er sehr unglücklich gewesen sei. Die Partner hätten sich zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben über das Ziel von zwei Prozent der Wirtschaftsleistung hinaus verpflichtet. Die Nato sei nun stärker als noch vor zwei Tagen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel dagegen will sich trotz des massiven Drucks nicht auf eine stärkere Erhöhung der deutschen Verteidigungsausgaben festlegen. Deutschland müsse sich zwar "immer wieder fragen, was können wir gegebenenfalls noch mehr tun", sagte Merkel. Sie habe aber auch deutlich gemacht, dass Deutschland bereits der zweitgrößte Truppensteller in der Nato und seit Jahren in Afghanistan engagiert sei.

Nach den heftigen Angriffen auf Kanzlerin Angela Merkel lobte der US-Präsident Deutschland in einer Pressekonferenz nach dem Gipfel."Ich habe große Achtung vor Deutschland", sagte Trump auf der Pressekonferenz nach der Krisensitzung. Trump sagte, sein Vater komme aus Deutschland, seine Eltern aus Europa. Damit irrte Trump allerdings: Nicht sein Vater, sondern sein Großvater wanderte von Deutschland in die USA aus.

Quelle: n-tv.de, ftü/rts/dpa/AFP

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