Politik

Neue Listen für die Behörden Türkei sucht Gülen-Anhänger in Deutschland

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Der Prediger Fethullah Gülen lebt im Exil in den USA, die türkische Regierung vermutet seine Anhängerschaft aber auf der ganzen Welt verstreut.

(Foto: imago/Depo Photos)

Seit dem gescheiterten Putschversuch im Juli 2016 in der Türkei läuft die Suche nach den Verantwortlichen auf Hochtouren. Auch in Deutschland vermutet die türkische Regierung Mitwisser - und bittet die Bundesregierung um Hilfe.

Die Türkei dringt laut einem Zeitungsbericht verstärkt darauf, dass deutsche Sicherheitsbehörden mutmaßliche Gegner der türkischen Regierung verfolgen. Zu diesem Zweck haben laut einem Bericht der "Welt" türkische Behörden zuletzt weitere entsprechende Listen übermittelt. Dem Bundesinnenministerium sei eine "mittlere einstellige Anzahl" solcher Listen mit Angaben etwa zu Anhängern der Gülen-Bewegung bekannt, erklärte ein Sprecher von Bundesinnenminister Thomas de Maizière.

Eine solche Zusammenstellung hat die Bundesregierung demnach zuletzt Ende April erreicht, heißt es aus Sicherheitskreisen. Nach Durchsicht der Listen seien dann die betroffenen Bundesländer informiert worden. Dem Landeskriminalamt Berlin etwa soll so seit dem 16. Juni eine rund 40-seitige Auflistung mit 72 Namen vorliegen.

Zum generellen Umgang mit den Listen ließ das Bundesinnenministerium verlauten, dass versucht werden soll, die darin genannten Personen zu lokalisieren, um sie durch die Landeskriminalämter zu sensibilisieren. Repressive Maßnahmen sind aber in keinem Fall ergriffen worden. Grundsätzlich werden die Informationen unter drei Gesichtspunkt geprüft. Zu fragen ist dabei, ob sich ein Spionagevorwurf gegen die Türkei ergibt, ob die Angaben der Türkei richtig sind oder ob eine "potenzielle Gefährdung der gelisteten Personen" vorliegt.

Nach dem gescheiterten Putschversuch im Juli 2016 geht die Türkei gegen mutmaßliche Anhänger der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen vor, die die Regierung in Ankara für den Putschversuch verantwortlich macht.

Quelle: n-tv.de, lou/AFP