Politik
Kaum hat Erdogans konservative Partei die Wahlen gewonnen, werden die Internetsperren ausgeweitet.
Kaum hat Erdogans konservative Partei die Wahlen gewonnen, werden die Internetsperren ausgeweitet.(Foto: REUTERS)
Montag, 31. März 2014

Erdogan bringt Internet auf Linie: Türkeis Regierung soll Google manipulieren

Wer in der Türkei Suchanfragen über Google stellt, wird nicht mehr verlässlich auf die richtigen Internetseiten weitergeleitet. Die neuste Sperre der konservativen Erdogan-Regierung blockiert angeblich den wohl prominentesten Onlinedienst.

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Nach dem sozialen Netzwerk Twitter und dem Videoportal Youtube nimmt der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bei seinen Internetsperren nun offenbar auch die Suchmaschine Google ins Visier. Der US-Konzern erhielt nach eigenen Angaben mehrere Hinweise, dass die Regierung in Ankara die Website-Anfragen von türkischen Google-Nutzern umleitet. Die "Mehrheit" der türkischen Internetanbieter hätten dazu sogenannte DNS-Server manipuliert, schrieb Google-Ingenieur Steven Carstensen auf dem Firmenblog.

Das Domain Name System - kurz DNS - ist einer der wichtigsten Standards im Internet und sorgt dafür, dass Nutzer bei der Eingabe von Internetadressen auf die richtige Seite geleitet werden. Im Prinzip funktionieren die DNS-Server wie ein Telefonbuch des Internets. Auf Druck Ankaras sollen die meisten türkischen Anbieter nun Adressverzeichnisse verwenden, die sich als DNS-Server von Google ausgeben.

"Stellen Sie sich vor, dass jemand Ihr Telefonbuch durch ein anderes ersetzt, das genau so aussieht wie zuvor, außer dass einige Einträge die falschen Nummern anzeigen", schrieb Carstensen. Die Regierung kann damit den Zugriff von Nutzern auf unliebsame Internetseiten blockieren.

Über Twitter und Youtube waren in der Türkei Korruptionsvorwürfe gegen Erdogans Regierung verbreitet worden. Bürgerrechtler und die Europäische Union übten heftige Kritik an den Internetsperren. Bei den türkischen Kommunalwahlen am Wochenende konnte die islamisch-konservative Regierungspartei AKP trotzdem einen Erdrutschsieg einfahren.

Quelle: n-tv.de