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Auch Vatikan plant Mission in Syrien UN wollen Soldaten schicken

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Bislang waren die Vereinten Nationen nur mit einer Beobachtermission in Syrien, die aber abgebrochen wurde.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Die Vereinten Nationen bereiten sich darauf vor, Blauhelmsoldaten nach Syrien zu schicken. Voraussetzung für einen Einsatz ist aber eine Waffenruhe, auf die es derzeit wenig Hoffnung gibt. Schneller könnte darum eine Delegation sein, die der Papst nach Syrien entsenden will.

Zwar ist auch die neueste Initiative für einen Waffenstillstand in Syrien nicht von großem Optimismus begleitet, doch die Vereinten Nationen bereiten sich bereits darauf vor, eine solche Abmachung mit Blauhelmsoldaten zu überwachen. Blauhelm-Chef Herve Ladsous bestätigte, dass bis zu 3000 Soldaten nötig wären, eine Feuerpause zu überwachen sowie Regierungstruppen und Rebellen auf Distanz zu halten. Ladsous wollte sich aber nicht auf die Stärke einer möglichen Friedenstruppe festlegen. Das hänge von der Lage und dem Mandat der Blauhelm-Soldaten ab.

Der internationale Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi bemüht sich derzeit darum, dass zum bevorstehenden muslimischen Opferfest von Freitag an die Waffen in dem Land schweigen. Allerdings herrscht Skepsis: "Leider ist die Hoffnung auf einen Waffenstillstand zu diesem Fest sehr gering", sagte der Vizechef der Arabischen Liga, Ahmed bin Hilli. "Die Zeichen vor Ort und die Reaktion der syrischen Regierung zeugen nicht von einem wirklichen Willen, positiv auf die Initiative reagieren zu wollen."

Der Vatikan hält derweil am Beschluss von Papst Benedikt XVI. fest, "baldmöglichst" eine Delegation von Kirchenpolitikern und Bischöfen nach Syrien zu entsenden. Die Reise sei weiter in Vorbereitung. Die Pläne müssten allerdings den "Ereignissen der letzten Tage" Rechnung tragen, erklärte der Sprecher des Heiligen Stuhls mit Blick auf die Armee räumt Straßen . Vergangene Woche hatte Kardinal Tarcisio Bertone mitgeteilt, der Papst wolle Abgesandte nach Syrien schicken, um auf diese Weise "seine brüderliche Solidarität mit der ganzen Bevölkerung" des Landes zum Ausdruck zu bringen.

Die Kämpfe in Syrien gingen unvermindert weiter. Die syrische Armee bombardierte Stellungen der Aufständischen in Harasta nahe Damaskus und griff mit Panzern die ebenfalls unweit der Hauptstadt gelegene Ortschaft Artus an. Bei einem erneuten Attentat mit einer Autobombe wurden in Damaskus 13 Menschen getötet.

In der Provinz Idleb bombardierte die Luftwaffe wie schon seit Tagen die Stadt Maaret al-Numan, die Rebellen Anfang Oktober erobert hatten. Auch die nahegelegene, strategisch wichtige Militärbasis Wadi Deif war weiter umkämpft. Nach Angaben des jordanischen Regierungssprechers Samih Maaitah wurde am frühen Morgen ein Soldat an der Grenze zu Syrien getötet. Jordanische Soldaten hätten zuvor versucht, zwölf Bewaffnete vom Grenzübertritt nach Syrien abzuhalten, woraufhin diese das Feuer eröffnet hätten.

Quelle: n-tv.de, che/rts/AFP

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