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Breitere Rekrutierungsbasis US-Armee will Ex-Kiffer aufnehmen

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Wollen mit der Zeit gehen: die US-Streitkräfte

(Foto: REUTERS)

Jeder zweite US-Bürger hat mindestens einmal im Leben einen Joint geraucht oder ist irgendwo tätowiert. Das ist nicht nur ein interessanter Zufall, sondern stellt für die US-Streitkräfte vor allem ein ernstzunehmendes Personalproblem dar.

Die US-Armee will Tätowierten, früheren Kiffern, Übergewichtigen und alleinerziehenden Eltern neue Karrierewege eröffnen. US-Verteidigungsminister Ashton Carter kündigte am Dienstag eine Überprüfung der strengen Restriktionen an, die bei solchen Bewerbern bislang dem Dienst an der Waffe entgegenstanden. Die Armee müsse mit der Zeit gehen und durch das Streichen "unnötig strenger" Bestimmungen ihre Rekrutierungsbasis verbreitern.

Es gebe "herausragende potenzielle Rekruten", die derzeit wegen der restriktiven Regeln zurückgewiesen müssten, teilte Carter mit. Die Ansprüche an die Bewerber dürften zwar nicht allgemein sinken. Allerdings müssten sie "relevant für die Streitkräfte von heute und morgen" sein.

Abweisen Alleinerziehender nicht mehr zeitgemäß

Das Pentagon will nach eigenen Angaben sechs bisherige Kriterien auf den Prüfstand stellen: "Körperbau, körperliche Fitness, Schwimmtests, früherer Marijuana-Gebrauch, alleinerziehende Elternschaft und Tätowierungen." Bislang wurden Bewerber für die Armee wegen solcher Kriterien abgewiesen.

Ein Pentagon-Sprecher ergänzte, dass körperliche Fitness auch weiterhin in der Truppe gefordert sei. Übergewichtige Bewerber könnten künftig aber zugelassen werden, wenn sie bereit seien, in der Ausbildung ein Programm zum Abspecken zu durchlaufen. Das Abweisen Alleinerziehender sei ebenfalls nicht mehr zeitgemäß, sagte er: "Wir haben in unseren Rängen bereits viele alleinerziehende Eltern."

Auch die Zulassung von Tätowierungen dürfte die Bewerberbasis erheblich vergrößern. Eine Umfrage zufolge haben inzwischen 47 Prozent jener US-Bürger, die in den Achtziger- oder Neunzigerjahren geboren wurden, ein Tattoo - genausoviele Amerikaner gaben an, mindestens einmal in ihrem Leben gekifft zu haben.

Quelle: n-tv.de, jve/AFP

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