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Nach Kollision bei Singapur US-Marine stoppt alle Schiffseinsätze

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"USS John S. McCain" ist deutlich gezeichnet von der Kollision.

(Foto: imago/UPI Photo)

Zwei Schiffe der Marine der USA sind in jüngster Zeit in Kollisionen verwickelt gewesen. Seeleute haben dabei ihr Leben verloren. Manche werden noch vermisst. Für das Militär Grund genug, alle laufenden Missionen zu unterbrechen.

Nach der neuerlichen Kollision eines US-Zerstörers mit einem Handelsschiff haben die USA eine weltweite Einsatzpause für ihre Marine verkündet. Das Kampfschiff "USS John S. McCain" war am frühen Morgen östlich von Singapur mit einem Tankschiff kollidiert, seitdem wurden zehn US-Seeleute vermisst. Es ist der zweite Unfall eines US-Kriegsschiffes innerhalb von zwei Monaten. "Dieser Trend verlangt entschiedenere Maßnahmen", erklärte US-Marine-Chef John Richardson.

"Ich habe daher eine weltweite Einsatzpause für unsere weltweite Flotte angekündigt", teilte der Marine-Chef mit. "Ich möchte, dass unsere Flottenkommandeure mit ihren Befehlshabern zusammenkommen und sicherstellen, dass wir weltweit alle erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen ergreifen."

Einsatzteam sucht nach Vermissten

Die "USS John S. McCain" kehrte mit einem großen Loch in seiner Außenwand notdürftig in den Hafen von Singapur ein. Ein Einsatzteam aus drei Ländern suchte mit Schiffen und Flugzeugen nach den vermissten Seeleuten. Nach Angaben der US-Marine war der Lenkwaffenzerstörer am frühen Morgen (5.24 Uhr Ortszeit, 23.24 Uhr MESZ) nahe der Straße von Malakka mit dem Handelsschiff "Alnic MC" kollidiert.

Der Website Marine Traffic zufolge handelt es sich bei der "Alnic MC" um einen unter liberianischer Flagge fahrenden Tanker, der für den Transport von Öl und Chemikalien im Einsatz ist. Der Tanker wiegt demnach mehr als 30.000 Tonnen.

"Erste Berichte weisen darauf hin, dass die USS John S. McCain Schäden an der hinteren Backbordseite erlitt", hatte die US-Marine mitgeteilt. US-Senator John McCain schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, er und seine Frau beteten für die US-Matrosen. Er bedankte sich zugleich für den Einsatz der Rettungskräfte. Der US-Zerstörer war ursprünglich auf dem Weg zu einem Routinestopp im Hafen von Singapur. Heimathafen des Kriegsschiffes ist Yokosuka in Japan.

Die Kollision des Zerstörers ist das zweite derartige Unglück innerhalb von zwei Monaten. Am 17. Juni war der US-Zerstörer "USS Fitzgerald" vor der japanischen Küste mit einem Containerschiff zusammengestoßen, sieben Seeleute kamen ums Leben. Das US-Kriegsschiff wurde bei dem Unfall schwer beschädigt.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP

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