US-Wahl

Attacke auf den "King of Bain" Anti-Romney-Film veröffentlicht

"King of Bain" wurde von Unterstützern Newt Gingrichs finanziert und soll Romneys Nominierung verhindern.

Der US-Wahlkampf wird immer schmutziger. Nun erscheint mit "King of Bain" eine Pseudo-Dokumentation über den Präsidentschaftskandidaten Romney. Das Pikante dabei: Der Film, der eher einem langen Wahlkampfspot gleicht, wird von Unterstützern von Newt Gingrich, einem innerparteilichen Gegner Romneys, finanziert.

Der ohnehin bereits sehr negative US-Wahlkampf hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Mit "King of Bain" wurde nun eine halbstündige Pseudo-Dokumentation über den Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney veröffentlicht. Darin wird der Ex-Manager als gewissenloser Kapitalist und Job-Killer dargestellt. Finanziert haben den Film Unterstützer von Newt Gingrich.

Der Film erzählt die Geschichte von vier Firmen, die Romney während seiner Zeit als Chef von Bain Capital, einer Investmentfirma, zugrunde gerichtet haben soll. Dabei seien, so der Film Hunderte Jobs vernichtet worden. Romney sei vorgegangen wie ein "Konzern-Freibeuter" - ein direkter Angriff auf Romneys Wahlkampfslogan, dass er mit Bain einst 100.000 Jobs geschaffen habe.

Journalismus oder Propaganda?

Journalistisch ist der als Dokumentation beworbene Film aber nicht: Erzählt wird nur eine Seite der Geschichte, und das mit jeder Menge Drama und Inszenierung. "King of Bain" ist damit eher ein Wahlkampfspot, wenn auch ein sehr langer.

Das Geld dafür kam von einem der vielen "Super PACs", die den Wahlkampf mit anonymen Spenden maßgeblich beeinflussen. "Winning our Future", so der Name der Organisation, ist eng mit Newt Gingrich verbunden.

Der distanzierte sich bisher nur halbherzig vom Inhalt des Films. "Ich habe ihn nicht gesehen", so Gingrich. "Ich hoffe aber, alle Fakten sind korrekt." Tatsächlich benutzt Gingrich seit Wochen die exakt gleiche Botschaft, wie sie auch "King of Bain" verbreitet: Romney, der "das System ausnutzte um schnell reich zu werden", sei unglaubwürdig. In der letzten TV-Debatte von New Hampshire bewarb Gingrich "King of Bain" sogar ausdrücklich. Nun verabschiedet sich der frühere Sprecher des US-Repräsentantenhauses endgültig von seinem Versprechen, keine negative Wahlkampfwerbung machen zu wollen.

Ex-Romney-Mitarbeiter als Regisseur

Produziert wurde der Film ausgerechnet von einem ehemaligen Romney-Mitarbeiter. Jason Killian Meath drehte 2008 noch Werbespots für den Ex-Gouverneur, der sich damals ebenfalls um die Nominierung zur Präsidentschaftswahl bewarb. Warum er jetzt die Seiten gewechselt hat, ist unklar.

Der Film läuft in voller Länge im Netz und in Ausschnitten im Fernsehen. Vor allem in South Carolina wird er von Gingrichs "Super Pac" aggressiv beworben, denn dort findet am 21. Januar die bisher wohl wichtigste Vorabstimmung statt. Es ist der möglicherweise aggressivste - vielleicht aber auch letzte - Versuch, Romneys Sieg zu verhindern.

Dessen Team bereitet bereits den Gegenschlag vor. Man wollen demnächst Werbespots schalten, die sich mit den Firmen beschäftigen, die Romney einst zum Erfolg führte.

Quelle: ntv.de

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