Politik
(Foto: AP)
Samstag, 05. Mai 2012

"Vorwärts": Obama kämpft um Wiederwahl

Es sind noch sechs Monate bis zur Präsidentschaftswahl in den USA. Zeit für Präsident Obama, wieder in den Wahlkampf einzusteigen. Dazu zieht es ihn in den Swing-Staat Ohio, wo er seinem republikanischen Konkurrenten Romney wichtige Stimmen abjagen will.

Unter dem Motto "Vorwärts" hat US-Präsident Barack Obama offiziell den Kampf um seine Wiederwahl eröffnet. Sechs Monate vor der Präsidentenwahl am 6. November rief er in einer kämpferischen Rede in Columbus (US-Staat Ohio) dazu auf, alles zu tun, damit die Uhren für die USA nicht zurückgestellt würden.

Video

"Dies ist keine übliche Wahl", rief Obama vor Tausenden jubelnden Anhängern. "Dies ist eine Wahl, in der es um Alles oder Nichts für die Mittelklasse geht." Er selbst habe sein Amt inmitten der größten Finanzkrise seit den 1930er Jahren angetreten, sagte Obama. "Wir haben nicht aufgegeben. Wir geben nicht auf, gemeinsam kämpfen wir uns zurück."

Die Krise habe sich über viele Jahre aufgebaut, und noch immer leide die US-Wirtschaft unter Gegenwind, sagte Obama. Die USA müssten nachhaltige, dauerhafte Anstrengungen vornehmen, um die Krise zu bewältigen. "Das ist die Wahrheit. Und wir alle wissen es. Wir machen Fortschritte, und jetzt stehen wir vor der Wahl."

Romney fest im Blick

Bilderserie

Immer wieder stellte Obama den scharfen Kontrast zu seinem heraus. Er porträtierte den Exgouverneur und Multimillionär als einen Mann, der die Sorgen und Nöte der Normalbürger nicht verstehe und nach alten Rezepten greife, die sich nicht bewährt hätten.

Obama griff eine Bemerkung Romneys auf, der gesagt hatte: "Unternehmen sind Menschen". "Menschen sind Menschen", sagte Obama. "Wir können jetzt nicht zurückgehen, dazu sind wir zu weit gekommen", erklärte Obama, nachdem bereits zuvor seine Frau Michelle in einer Rede das Publikum auf ihn eingestimmt hatte.

Schützenhilfe von Michelle

Michelle Obama erinnerte an ihre eigene Herkunft aus einfachen Verhältnissen. Ihren Mann schilderte sie als jemanden, der um die Probleme von Familien wisse: "Er ist der Sohn einer alleinerziehenden Mutter", sagte Michelle Obama. "Er ist der Enkel einer Frau, die jeden Tag vor Sonnenaufgang aufstand, um zu ihrer Arbeit bei der Bank zu fahren." Ihr Mann wisse, was es bedeute, wenn eine Familie es schwer habe. Diese Erfahrungen hätten ihm zu dem Menschen gemacht, der er sei. "Wir alle wissen, was Barack Obama ist. Und wer er ist", sagte die First Lady.

Bei dem Auftritt in einer Sporthalle der Ohio State University in Columbus forderten Obamas Anhänger in Sprechchören vier weitere Amtsjahre für den US-Präsidenten. Obama wählte Ohio für den Wahlkampfauftakt, weil es zu den sogenannten Swingstaaten gehört.

Das Abschneiden könnte für ihn oder auch Romney Wahlsieg oder Niederlage bedeuten. 2008 hatten in Ohio 51 Prozent für Obama gestimmt. 2004 hatte sich die Mehrheit für den Republikaner George W. Bush entschieden, der am Ende seine Wiederwahl als Präsident schaffte.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de