US-Wahl

"Romney jagt mir Angst ein" Santorum tritt nach

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Rick Santorum hat aufgegeben.

(Foto: dpa)

Ausgerechnet Iowa. Dort, wo Rick Santorum zu Beginn der Vorwahlen ein Überraschungserfolg gegen Mitt Romney gelang, reißt er nun alte Wunden auf. Mit einigen Tagen Verspätung bekamen mehrere Haushalte ein Werbeschreiben des konservativen Ex-Senators zugestellt, dabei ist der schon gar nicht mehr im Rennen um die amerikanische Präsidentschaft.

"Der Gedanke, dass Mitt Romney der Kandidat sein wird, jagt mir Angst ein", warnt der Brief. Vor allem dessen wankelmütige Position zur Gesundheitsreform (als Gouverneur dafür, heute dagegen) disqualifiziere ihn für das Duell mit Obama. "Mein Freund", appelliert das Schreiben, "ein Kandidat, der null Unterschiede zu Barack Obama in diesem Thema hat, schadet Republikanern und Konservativen in dieser Wahl."

Der Brief wurde vor Santorums Aufgabe genehmigt und verschickt. Dass er verspätet zugestellt wurde, ist ein verzeihlicher Fehler, wirft aber erneut eine der interessantesten Fragen des restlichen Vorwahlkampfes auf: Wann stellt sich Santorum hinter Romney? Tut er es überhaupt? Schließlich haben die beiden Kontrahenten kaum ein gutes Wort übereinander fallen lassen. Es wäre ein Schritt hin zur Versöhnung von Romney-Unterstützern und ultra-konservativen Santorum-Wählern, gleichzeitig die beiden größten Lager der republikanischen Partei.

Doch der Geschlagene schweigt weiter. Dabei könnten die beiden ausgerechnet von ihrem politischen Erzfeind lernen. 2008 bekämpften sich Obama und Hillary Clinton äußerst ausdauernd. Erst als sich die geschlagene Clinton mit Obama verbündete, konnte der sich als neuer Star der Demokraten feiern lassen. Beim großen Parteitag versprach sie ihm schließlich ganz offiziell die Stimmen ihrer Delegierten – und wurde später eines der wichtigsten Kabinettsmitglieder des neuen Präsidenten. Möglich, dass Santorum einen ähnlichen Plan verfolgt.

Quelle: ssc