US-Wahl

"100 Dollar wären hilfreich" Santorum will sich mit Spenden sanieren

Präsident der USA zu werden ist ein teures Unterfangen. Das muss jetzt auch Rick Santorum einsehen: Weil seine Kampagne verschuldet ist muss er weiter Spenden sammeln. Trotzdem stilisiert sich der Republikaner weiterhin als Sparfuchs.

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Santorum steckt in der Kreide.

(Foto: AP)

Wahlkämpfende US-Politiker sind wie Teenager am Ende des Monats: Pleite und auf der Suche nach einem Sponsor. Auch Rick Santorum braucht gerade wieder Geld, dabei hat den Kampf um die Präsidentschaft bereits aufgegeben. Doch ihn plagen finanzielle Altlasten, und dabei sollen ihm seine Unterstützer helfen.

Die Arbeit habe "gerade erst angefangen", heißt es in einem aktuellen Rundschreiben seiner Kampagne. Schon bald wolle Santorum mithelfen, Obama im Herbst zu besiegen. Vorher müsse er aber noch "klar Schiff machen" und seine ausstehenden Schulden begleichen. Die belaufen sich laut US-Wahlbehörde FEC auf rund 2 Millionen US-Dollar. "Eine Spende von 100 Dollar wäre sehr hilfreich", so Santorum, seine Frau Karen und er wären aber auch schon für 25 Dollar "ewig dankbar".

Auch Gingrich und Obama verschuldet

Peinlich ist Santorum die Bitte um Geld allerdings nicht. "Ich habe darauf bestanden, dass die Kampagne genauso gemanagt wird wie ich die Staatsfinanzen verwalten würde: sparsam und effizient." Er wolle alle Rechnungen begleichen, statt sich aus dem Staub zu machen, schreibt der Ex-Senator, und tritt noch mal gegen die früheren Rivalen nach. "Anders, als andere Kampagnen getan haben."

Gemeint ist wohl Newt Gingrich. Der steckt nämlich noch tiefer im Schuldensumpf als Santorum. Etwa 4,5 Millionen Dollar muss Gingrich nach eigenen Angaben noch zurückzahlen. Um die Summe aufzubringen hat er zuletzt sogar seine Sammlung von Emailadressen für Werbezwecke verkauft. Seitdem flattern Gingrich-Anhängern regelmäßig Spam-Mails in den Posteingang, verziert mit dem Betreff "Sonderangebot für Gingrich-Unterstützer". Ron Paul und Mitt Romney, die letzten verbliebenen Republikaner im Rennen, sind hingegen schuldenfrei.

Dabei sind Wahlkampfschulden kein exklusiv republikanisches Problem. Auch Barack Obamas Kampagne hat zurzeit rund 3 Millionen Dollar an ausstehenden Forderungen - obwohl sich laut FEC im April über 104 Millionen auf seinem Konto befanden. Und Hillary Clinton brauchte fast zwei Jahre, um ihre Schulden aus dem Duell mit Obama von 2008 zu begleichen.

Quelle: n-tv.de

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