Politik

Im Schatten von Jones USA gedenken 9/11

Zum neunten Mal jährt sich der Tag des Anschlags vom 9. September 2001. Gedenkfeiern finden in New York, Washington und Pennsylvania statt. Beherrscht wird der Jahrestag vom Streit um den radikalen Pastor Jones und die Debatte über den Moscheebau in New York.

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Angehörige erinnern an die Toten des 11. September.

(Foto: REUTERS)

Zum neunten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 sind in New York die Namen der rund 3000 Opfer feierlich verlesen worden. An der Zeremonie am Ground Zero, wo einst das World Trade Center stand, nahmen unter anderen US-Vizepräsident Joe Biden und Bürgermeister Michael Bloomberg teil.

Zu Beginn der Gedenkveranstaltung sang ein Jugendchor die Nationalhymne. Teilnehmer hielten Fotos ihrer ums Leben gekommenen Angehörigen in die Höhe.

US-Präsident Barack Obama nahm an einer Zeremonie vor dem Pentagon in Washington teil, in das die Terroristen ebenfalls ein entführtes Flugzeug gesteuert hatten. First Lady Michelle Obama fuhr mit ihrer Vorgängerin Laura Bush zu einer Gedenkfeier nach Pennsylvania zum Absturzort des vierten Flugzeugs.

Jones sagt Koran-Verbrennung ab

Der neunte Jahrestag der Anschläge wurde beherrscht von einer weltweiten Diskussion über den radikalen US-Pastor Terry Jones, der seine angekündigte Koran-Verbrennung aber absagte. Auch der Streit über den Bau einer Moschee nahe dem Ort der Terroranschläge in New York überlagert die Feierlichkeiten.

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Gedenken auch vor dem Pentagon. Hier starben 184 Menschen.

(Foto: REUTERS)

Im US-Verteidigungsministerium appellierte Obama eindringlich an die Nation, die amerikanischen Werte und Ideale lebendig zu halten. Dazu gehöre auch religiöse Toleranz. Obama versicherte den Angehörigen der Toten: "Eure Lieben werden im Herzen unserer Nation bleiben, jetzt und für immer." Die beste Weise, die Opfer zu ehren, sei es, sich an den Werten zu orientieren, die Amerika definierten. Das Land dürfe sich nicht teilen lassen. Am Pentagon waren vor neun Jahren 184 Menschen ums Leben gekommen, als Terroristen ein Flugzeug ins Gebäude steuerten.

In New York läuteten um 08.46 Uhr Ortszeit (14.46 MESZ) überall die Kirchenglocken. Genau um diese Zeit war vor neun Jahren das erste von Terroristen entführte Flugzeug in den Nordturm des World Trade Centers gerast.

Moschee-Streit spaltet die USA

In dem Streit über den umstrittenen Bau einer Moschee in der Nähe von Ground Zero in New York kündigten sowohl Befürworter als auch Gegner Demonstrationen im Anschluss an die Gedenkfeiern an. Die "Freedom Defence Initiative" wollte bei ihrer Protest-Kundgebung den konservativen Republikaner Newt Gingrich und den niederländischen Rechtspopulisten und Islamkritiker Geert Wilders zu Wort kommen lassen. Auch die Organisation "Stop Islamization of America" hatte eine Aktion gegen den Bau geplant.

Zu den Befürwortern gehört das "International Action Center", das sich unter anderem gegen Rassismus und Fanatismus engagiert. Bereits am Vorabend des 11. Septembers brachten tausende New Yorker in der Nähe von Ground Zero mit einer Kerzenwache ihre Solidarität mit Muslimen zu Ausdruck.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa

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