Politik

100 Millionen Pfund für den britischen Geheimdienst USA pumpten Geld in GCHQ

2013-06-23T152748Z_1168293904_LM1E96N16W501_RTRMADP_3_USA-SECURITY-BRITAIN.JPG3102321665688124267.jpg

In Cornwall zapfen die Briten Daten von einem transatlantischen Kabel ab.

(Foto: REUTERS)

Ganz alleine lauschen wollen die USA offenbar nicht. Einem Medienbericht zufolge investieren sie Millionen in den britischen Geheimdienst. Der "Guardian" hegt den Verdacht, dank der Briten könnten US-Agenten Informationen erhalten, an die sie nach amerikanischem Recht nicht kämen.

Die US-Regierung hat nach einem Bericht der britischen Zeitung "The Guardian" in den vergangenen drei Jahren mindestens 100 Millionen Pfund - umgerechnet rund 115 Millionen Euro - in den britischen Geheimdienst GCHQ investiert. Damit habe sich Washington Zugang zu und Einfluss auf britische Geheimdienstprogramme gesichert. Das Blatt bezog sich auf Dokumente aus den Beständen des US-Informanten Edward Snowden.

Demnach zahlte die NSA auch 15,5 Millionen Pfund für Neuentwicklungen an einer GCHQ-Außenstelle in Cornwall. Dort werden Informationen von einem transatlantischen Glasfaserkabel abgezapft. Außerdem zeigten die Dokumente, dass GCHQ Geld dafür ausgebe, persönliche Daten von Mobiltelefonen und Apps sammeln zu können. Der Geheimdienst habe angegeben, er wolle in der Lage sein, "jedes Telefon zu jeder Zeit und überall" auswerten zu können.

Die USA hätten im Zusammenhang mit den Zahlungen konkrete Forderungen an die Briten, schrieb der "Guardian" weiter. In einem Schreiben von 2010 hieß es laut der Zeitung beispielsweise, die Leistung der Briten treffe noch nicht ganz die Erwartungen des US-Geheimdiensts.

GCHQ will die NSA offenbar unbedingt zufriedenstellen

"GCHQ scheint seinen amerikanischen Wohltäter unbedingt zufriedenstellen zu wollen und die NSA ist nicht zurückhaltend, wenn sie nicht bekommt, was sie will", schlossen die Autoren des "Guardian"-Berichts aus den ausgewerteten Dokumenten.

In einem Papier der britischen Regierung habe zudem gestanden, die Partnerschaft der Briten mit den USA nehme eine Schlüsselposition ein und müsse gepflegt werden. Dazu müsse GCHQ sichtbar seinen Beitrag leisten.

GCHQ selbst habe in den Dokumenten die Überwachungsgesetzgebung in Großbritannien als Alleinstellungsmerkmal angepriesen, schrieb der "Guardian" nun. Die Regeln im Vereinten Königreich seien ein besonderes "Verkaufsargument" für die Amerikaner.

Erledigten die Briten die Drecksarbeit für die USA?

Die britische Regierung hatte bislang Vorwürfe zurückgewiesen, dass GCHQ Handlangerdienste für den US-Geheimdienst NSA leiste. Whistleblower Snowden hatte dagegen schon vor den neuen Enthüllungen gesagt, dass das Problem der Überwachung kein rein amerikanisches sei. GCHQ sei noch schlimmer als der amerikanische Geheimdienst, meinte er.

Die Autoren des Artikels befürchten sogar, der britische Geheimdienst könnte einen Amerikaner, der in den USA lebte ausspioniert haben - was der NSA nach US-Recht nicht erlaubt ist. So habe GCHQ damit angegeben, der NSA besonders wichtige Informationen geliefert zu haben, als diese gegen den für den versuchten Autobombenanschlag am New Yorker Times Square verantwortlichen US-Bürger ermittelt habe.

Quelle: n-tv.de, hah/dpa

Mehr zum Thema