Politik

"Verlorene Zeit ausgleichen" USA und China kooperieren beim Klimaschutz

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Es sei die Pflicht der USA gewesen, ins Pariser Klimaschutzabkommen zurückzukehren, sagte Kerry bei seinem Besuch in China.

(Foto: picture alliance / Xinhua News Agency)

Der US-Klimabeauftragte Kerry ist zu Besuch in China - als erster hochrangiger Vertreter der Biden-Regierung. Er entschuldigt sich für die Klimapolitik unter Ex-Präsident Trump und verspricht: "Jetzt sind wir zurück."

China und die USA wollen im Klimaschutz enger zusammenarbeiten. Nach den Gesprächen des amerikanischen Klimabeauftragten John Kerry mit seinem chinesischen Amtskollegen Xie Zhenhua gaben beide Seiten eine gemeinsame Erklärung über die Zusammenarbeit der zwei größten Kohlendioxidproduzenten heraus. Der Kampf gegen die Erderwärmung müsse mit der geforderten Ernsthaftigkeit und Dringlichkeit angegangen werden, heißt es darin. National und multilateral müsse mehr getan werden.

"Es ist äußerst dringlich", sagte Kerry dem britischen Sender Sky News. Einige Länder täten nicht genug. Zwar werde die globale Temperatur auch deutlich steigen, wenn das Pariser Klimaschutzabkommen komplett umgesetzt wird. In Paris hatten die Staaten sich zum Ziel gesetzt, die Erderwärmung deutlich unter zwei - besser 1,5 Grad - zu halten. Doch derzeit steuere die Welt auf einen Anstieg der Erderwärmung von "4 Grad oder mehr" zu, sagte Kerry. "Das ist mehr als katastrophal für Lebensmittelproduktion, Wasser, Bewohnbarkeit in verschiedenen Teilen des Planeten, die Eisschmelze, den Anstieg des Meeresspiegels, die Erwärmung."

Der US-Klimabeauftragte forderte China auf, mehr Verantwortung zu übernehmen. Das Land mit nahezu 30 Prozent der weltweiten Emissionen sei von entscheidender Bedeutung. US-Präsident Joe Biden hat für den 22. und 23. April einen Klimagipfel einberufen, zu dem auch Chinas Staatschef Xi Jinping eingeladen ist. Im November soll im schottischen Glasgow die 26. UN-Klimakonferenz stattfinden.

Kerry: Rückkehr in Klimaschutzabkommen war Pflicht

Kerry entschuldigte sich für die US-Klimapolitik unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump. "Die USA sind in den letzten vier Jahren unter der Nicht-Führung von Präsident Trump zu einem Abtrünnigen geworden", sagte der Ex-Außenminister. "Aber jetzt sind wir zurück und präsentieren eine sehr aggressive Reihe von Initiativen, um zu versuchen, verlorene Zeit auszugleichen." Es sei die Pflicht der USA gewesen, ins Pariser Klimaschutzabkommen zurückzukehren. Die USA würden ihren Beitrag leisten, um das Ziel einer Erderwärmung von 1,5 Grad möglichst einzuhalten.

Die USA und China wollten weiter "konkrete Maßnahmen" diskutieren, um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen. Darin haben sich die knapp 200 Vertragsstaaten darauf geeinigt, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad. Schon jetzt hat sich Erde aber im Vergleich zur vorindustriellen Zeit (1850-1900) um gut ein Grad erwärmt.

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen war Kerry am Mittwoch in China angekommen. Es war der erste Besuch eines hochrangigen Vertreters der amerikanischen Regierung, seit US-Präsident Joe Biden sein Amt antrat. Damit wurde der nach dem Rückzug der Trump-Regierung aus dem Pariser Klimaabkommen abgebrochene Klima-Diaolog zwischen den beiden weltweit größten Emittenten von Treibhausgasen wieder aufgenommen.

Kerry reiste von Shanghai in die südkoreanische Hauptstadt Seoul weiter. Der Klimaschutz gilt als einer der wenigen Bereiche, in denen eine Kooperation zwischen den beiden strategischen Rivalen gegenwärtig möglich erscheint. Das Verhältnis ist auf den niedrigsten Stand seit Aufnahme der diplomatischen Beziehungen 1979 gefallen.

Quelle: ntv.de, jru/dpa/rts

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