Politik

Drohungen gegen Spitzenpolitiker Unbekannte senden Briefe mit weißem Pulver

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Horst Seehofer bestätigte den Empfang des Drohbriefes.

(Foto: imago/Jürgen Heinrich)

Drohungen von Unbekannten sind für Politiker im Wahlkampf nichts Ungewöhnliches. Doch jetzt bekommen mehrere Spitzenpolitiker fast gleichzeitig Briefe, in denen ein verdächtiges weißes Pulver enthalten ist.

Kurz vor der Bundestagswahl haben Unbekannte Briefe mit weißem Pulver an mehrere Spitzenpolitiker sowie deren Familienangehörige geschickt. Betroffen sind Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, die Spitzenkandidatin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele sowie die Linke-Abgeordneten Gregor Gysi und Gesine Lötzsch.

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Unter den Betroffenen ist auch der Ehemann von Kanzlerin Angela Merkel, Joachim Sauer. Die Polizei und die Politiker bestätigten die Vorfälle. Nach Angaben der Berliner Polizei stellten Kriminaltechniker fest, dass das Pulver ungefährlich ist. Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums sagte, die Substanzen würden noch im Detail untersucht. Nach bisherigen Erkenntnissen bestehe aber keine Gefahr für die Empfänger.

Seehofer sagte, der Brief sei am Mittwoch bei ihm zu Hause angekommen, wollte das aber nicht weiter kommentieren. Ströbele veröffentlichte auf Twitter ein Foto des Briefes, in dem sich auch eine Rasierklinge befand. Er enthielt zudem ein Blatt Papier mit einigen arabischen Worten, darunter "tödlich, nicht berühren, Milzbrand und Gott ist groß".

Schreiben "von der rechten Seite"

Ströbele gehe in diesem Fall davon aus, dass das Schreiben "eher von der rechten Seite" komme, die eine falsche Fährte legen wolle. Nach Einschätzung von Fachleuten deuten die arabischen Formulierungen nicht auf einen Muttersprachler hin.

Gysi sagte: "Wenn es sich um eine Drohung handelt, wie es nach dem derzeitigen Erkenntnisstand aussieht, besorgt mich, woher die Absender die privaten Adressen der betroffenen Politikerinnen und Politiker, meine eigene eingeschlossen, haben." In Berlin übernahm der für Straftaten mit politischem Hintergrund zuständige Staatsschutz die Untersuchungen. Ermittelt werde wegen Störung des öffentlichen Friedens nach Androhung einer Straftat.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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