Politik

Nach dem Beschluss der Rentenreform Vorsicht und Skepsis

Das Bundesfinanzministerium hat die Empfehlung von Verbraucherschützern bekräftigt, sich bei der Auswahl von Anlageprodukten für die private Altersvorsorge Zeit zu lassen. Erst mit Beginn des kommenden Jahres werde eine neue Bundesdienststelle Prüfsiegel an Finanzprodukte vergeben, die vom Staat gefördert werden, sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums in Berlin.

Die neue Zertifizierungsstelle werde dem Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen angegliedert sein. Derzeit würden die Mitarbeiter dafür gesucht. Die Dienststelle solle so schnell wie möglich ihre Arbeit aufnehmen.

Der Aufbau einer staatlich geförderten privaten Altersvorsorge ist Teil der am vergangenen Freitag beschlossenen Rentenreform. Zu den zentralen Kriterien für die Förderung von Vorsorgeprodukten zählen die Sicherheit des angesparten Kapitals sowie die Auszahlung in Form einer kontinuierlichen Leibrente. Banken und Versicherungen haben bereits begonnen, mit ganzseitigen Zeitungsanzeigen und Magazinbeilagen in hoher Auflage für ihre Altersvorsorgeprodukte zu werben.

DIA: Reform wird keinen Bestand haben

Unterdessen hat hat das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) die gerade beschlossene Rentenreform als "unrealistisches Zahlenwerk " ohne Bestand kritisiert. Die Regierung lege ihrem halbherzigen Konzept viel zu optimistische Prognosen zu Grunde. Eine wissenschaftliche Analyse des Instituts, das von der Deutschen Bank Gruppe unterstützt wird, komme zu völlig anderen Ergebnissen.

Der wissenschaftliche Berater des Instituts, Meinhard Miegel, verwies in Berlin insbesondere darauf, dass der Gesetzgeber von einer sehr langsamen Zunahme der Lebenserwartung, einem kräftigen Anstieg der Erwerbspersonenquoten bei gleichzeitig deutlichem Rückgang der Arbeitslosigkeit sowie einer spürbaren Heraufsetzung des Renteneintrittsalters ausgehe. In zwei bis drei Jahren werde sich jedoch zeigen, wie unrealistisch diese dem Gesetzeswerk zu Grunde liegenden Prognosen seien.

Die Belastung der Beitragszahler werde von jetzt an permanent ansteigen und die Versorgung so schlecht wie nie sein, sagte der Bonner Wissenschaftler, der bereits seit Jahren vor den Schwächen der gesetzlichen Rentenversicherung warnt. Die von der Regierung anvisierte Höhe der privaten Vorsorge werde nicht ausreichen, um die Lücke zu füllen.

Quelle: ntv.de

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