Politik

Jeder Vierte glaubt an vorzeitiges Ende Wähler zweifeln an Regierung

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Hält es? Westerwelle, Rösler und Merkel wecken Zweifel.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die schwarz-gelbe Bundesregierung weckt angesichts ihres schlechten Erscheinungsbilds Zweifel an ihrer Stabilität. Jeder Vierte glaubt nicht, dass die Koalition bis zur Wahl 2013 durchhält. Allerdings können sich Union und FDP in der wöchentlichen Forsa-Umfrage stabilisieren. Die SPD rutscht einen Punkt ab, Steinbrück ist aber beliebter als Merkel.

Jeder Vierte Bundesbürger zweifelt am Fortbestand der schwarz-gelben Bundesregierung. Das hat eine Umfrage des "Stern" ergeben, nach der 25 Prozent der Befragten damit rechnen, dass die Koalition vor der nächsten Bundestagswahl 2013 zerbricht.

Zugleich zweifelt eine große Mehrheit der Wähler daran, dass die CDU noch geschlossen hinter Parteichefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel steht. 59 Prozent erklärten, sie glaubten nicht an die volle Rückendeckung für Merkel in der eigenen Partei. Skepsis gibt es sogar im eigenen Lager: Gut die Hälfte (52 Prozent) aller CDU-Wähler hat das Gefühl, Merkel könne sich nicht mehr auf die Partei verlassen.

Schwarz-Gelb stabil

Trotz des Streits um die Euro-Rettung und die interne Kursdebatte hat sich die Union in der Wählergunst grundsätzlich aber stabilisiert. Im Forsa-Wahltrend von "Stern" und RTL kommt die CDU/CSU auf 33 Prozent - einen Punkt mehr als in der Vorwoche. Auch die FDP kann sich behaupten. Ungeachtet der Querelen um Außenminister Guido Westerwelle erreichen die Liberalen unverändert 5 Prozent; sie könnten sich damit zurzeit Hoffnungen auf einen Verbleib im Bundestag machen.

Die SPD kann von den Reibereien in der Koalition nicht profitieren, sie fällt in der Umfrage um einen Punkt auf 25 Prozent zurück. Die Grünen erzielen zum vierten Mal in Folge 21 Prozent. Die Linke verbessert sich um einen Punkt auf 9 Prozent. Mit zusammen 46 Prozent haben SPD und Grüne damit noch einen Vorsprung von 8 Punkten vor Union und FDP (gemeinsam 38 Prozent) – allerdings würde ihnen damit derzeit eine eigene Mehrheit fehlen.

Steinbrück vor Merkel

Im "Stern"-Ranking der wichtigsten Politiker liegt der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) mit 58 Punkten (plus eins) auf dem ersten Platz. Bundeskanzlerin Merkel (CDU) fällt auf 57 Punkte hinter Steinbrück zurück (minus zwei). An dritter Stelle folgt SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier mit 55 Punkten vor Finanzminister Wolfgang Schäuble und Verteidigungsminister Thomas de Maizière (beide CDU) mit jeweils 52 Punkten. Danach folgen Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit 47 Punkten, SPD-Chef Sigmar Gabriel und CSU-Chef Horst Seehofer mit jeweils 44 Punkten und Grünen-Fraktionschefin Renate Künast mit 41 Punkten. Am unteren Ende der Skala liegen FDP-Chef Rösler mit 37 Punkten vor Links-Fraktionschef Gregor Gysi mit 33 Punkten und als Schlusslicht Außenminister Westerwelle (FDP) mit 30 Punkten.

Quelle: ntv.de, tis/dpa/AFP