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Der alte und der neue Bundespräsident? Joachim Gauck und Volker Bouffier.
Der alte und der neue Bundespräsident? Joachim Gauck und Volker Bouffier.(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 02. August 2016

Gauck-Nachfolger gesucht: Wechselt Bouffier ins Schloss Bellevue?

Im Februar wird der Nachfolger von Joachim Gauck gewählt. Die Parteien suchen nach Kandidaten für das Bundespräsidentenamt. Nun fällt ein Name, der wohl auch die Chancen für eine schwarz-grüne Koalition nach der Bundestagswahl erhöhen würde.

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Gauck-Nachfolge: Wäre Bouffier ein guter Bundespräsident?

Wäre Bouffier ein guter Bundespräsident?

Am Spreeweg 1 wird bald viel Platz frei. Das Schloss Bellevue sucht im Februar einen neuen Hausherrn. Joachim Gauck mag nicht noch einmal für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren. Sein Nachfolger soll am 12. Februar 2017 gewählt werden. Wer es werden könnte, ist bislang noch unsicher. Bisher steht kein Kandidat fest, spekuliert wird derweil jedoch fleißig.

Auch über die Zukunft von Volker Bouffier. Seit 2010 ist er hessischer Ministerpräsident und Chef der schwarz-grünen Landesregierung. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, gilt der 64-Jährige in der Union durchaus als eine Option für die Gauck-Nachfolge. Bouffier könne sich "einen Wechsel nach Berlin vorstellen", heißt es dem Blatt zufolge aus dessen Umfeld. Bouffiers Vorgänger Roland Koch soll zurzeit damit beschäftigt sein, die Chancen für eine Kandidatur zu sondieren.

In der Bundesversammlung stimmen im Februar 1260 Wahlleute über den nächsten Bundespräsidenten ab. CDU und CSU stellen mit 545 bis 547 Sitzen zwar die meisten von allen Parteien. Bei der Wahl gilt aber die absolute Mehrheit, diese liegt bei mindestens 631 Stimmen. Deshalb ist die Union in jedem Fall auf Unterstützung aus den anderen Parteien angewiesen.

Da die SPD (385 bis 388) wohl einen eigenen Kandidaten aufstellen wird, benötigt die Union voraussichtlich mindestens 80 Stimmen von Grünen (146 bis 147), FDP (31), Linken (94), Piraten (14) und AfD (30). Die Gauck-Nachfolge dürfte sich im Februar am Ende vor allem dadurch entscheiden, welchen Kandidaten die Grünen unterstützen.

Zuletzt gab es bereits Berichte, dass Sozialdemokraten, Grüne und Linke einen gemeinsamen Kandidaten aufstellen könnten. Dies würde auch die Spekulationen über ein mögliches rot-rot-grünes Bündnis nach der Bundestagswahl im Herbst 2017 befeuern. Eine Nominierung von CDU-Vizeparteichef Bouffier wäre hingegen ein symbolischer Fingerzeig in Richtung einer schwarz-grünen Koalition nach der Wahl.

Quelle: n-tv.de

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