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Teddybären-Abwurf über Minsk Weißrussland weist Schweden aus

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Dieser Teddy fordert Meinungsfreiheit für Weißrussland.

dpa

Nach dem Abwurf von ein paar hundert Teddybären über Weißrussland zieht die Regierung in Minsk ihr komplettes Botschaftspersonal aus Schweden ab und schickt alle schwedischen Diplomaten nach Hause. Die Teddybären-Aktion war von einer schwedischen PR-Agentur durchgeführt worden. Über kurz oder lang dürfte sich die EU in den Konflikt einschalten.

Der diplomatische Streit um Teddybären zwischen Weißrussland und Schweden gewinnt an Schärfe. Das weißrussische Außenministerium kündigte den Abzug seines gesamten Botschaftspersonals aus dem skandinavischen Land an. Zudem ordnete das autokratisch regierte Land an, alle Mitarbeiter der schwedischen Vertretungen müssten Weißrussland bis zum 30. August verlassen. Dennoch will das Land seine Beziehungen zu Schweden nicht komplett auf Eis legen.

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Landung in einem Vorort von Minsk: 800 Teddybären brachte ein schwedisches Kleinflugzeug nach Weißrussland.

(Foto: dpa)

Anfang August hatte Weißrussland bereits den schwedischen Botschafter des Landes verwiesen und den eigenen Botschafter aus Stockholm zurückbeordert. Als Reaktion auf das Vorgehen der Regierung in Minsk erklärte Schweden den avisierten neuen weißrussischen Botschafter in Schweden für nicht willkommen. Außerdem wurden zwei weißrussische Diplomaten aufgefordert, das skandinavische Land zu verlassen.

In der aktuellen Erklärung des weißrussischen Außenministeriums begründete die Regierung Minsk ihr Handeln nun damit, dass Schweden die Situation mit seinen Ausweisungen verschlimmert habe.

EU prüft Maßnahmen

Die EU prüft unterdessen, mit welchen "Maßnahmen" reagiert. "Wir erhoffen uns noch ein bisschen mehr Klarheit über die Lage, damit die EU-Mitglieder darüber so gut informiert wie möglich beraten können", sagte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton.

In Stockholm twitterte Außenminister Carl Bildt: "(Präsident Alexander) Lukaschenko wirft nun alle schwedischen Diplomaten aus Weißrussland hinaus. Seine Angst vor Menschenrechten markiert neue Rekordstände."

Hintergrund des Streits ist der Abwurf von rund 800 Teddybären aus einem Flugzeug Mitte Juli über Weißrussland. Die Stofftiere waren mit pro-demokratischen Sprüchen versehen, die die Regierung in Minsk zu mehr Respekt vor Menschenrechten aufforderten. Das Kleinflugzeug hatte eine schwedische PR-Agentur gechartert.

Erst leugnet Lukaschenko, dann droht er

Für den seit 1994 autokratisch regierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko kommt der Teddy-Abwurf einer Demütigung gleich. Er hat seither die Chefs von Luftabwehr und Grenzschutz ausgewechselt. Auch hat er angeordnet, bei drohenden Verletzungen des heimischen Luftraums, nicht zu zögern, Waffen einzusetzen. Am Dienstag waren zwei Männer wegen des Verdachts der Mithilfe an der Aktion festgenommen worden.

Mit dem Abwurf der Teddybären wollte die schwedische Werbefirma nach eigenen Angaben die oppositionelle Nachrichtenwebseite Charter97 unterstützen. In einem Video-Clip ist zu sehen, wie das Kleinflugzeug eine weißrussische Ortschaft überfliegt, bevor es die Vororte von Minsk erreicht. Die weißrussischen Behörden hatten zunächst abgestritten, dass der Vorfall sich zugetragen hatte.

Quelle: n-tv.de, hvo/dpa/AFP

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