Politik
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Montag, 08. März 2010

Hamas-Mord von Dubai: Weitere Haftbefehle von Interpol

Im Fall des in Dubai ermordeten Hamas- Funktionärs Al-Mabhuh sucht die internationale Polizeibehörde nun auf der ganzen Welt nach insgesamt 27 mutmaßlichen Tatbeteiligten.

Nach dem Mord an einem Hamas-Führer in Dubai hat die internationale Polizeibehörde Interpol Fotos von 16 weiteren mutmaßlichen Mittätern veröffentlicht und die dazugehörigen Haftbefehle erlassen. Sie seien auf Bitten der Behörden in Dubai für eine zweite Gruppe von Verdächtigen in den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgestellt worden, erklärte Interpol im französischen Lyon. Damit würden nun insgesamt 27 mutmaßliche Beteiligte per internationalem Haftbefehl gesucht. Interpol kündigte zudem an, sich an einer in Dubai ansässigen internationalen Arbeitsgruppe zu dem Mord zu beteiligen.

Die Behörden von Dubai machen den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad für die Ermordung des Hamas-Führers Mahmud el Mabhuh verantwortlich, der am 20. Januar tot in einem Luxushotel in dem Emirat aufgefunden worden war. Die Verdächtigten sollen alle mit Pässen westlicher Staaten in das Emirat eingereist sein, darunter auch mit einem deutschen.

Mordgruppe und Beschattungsgruppe

Die Behörden in Dubai haben akribisch ermittelt.
Die Behörden in Dubai haben akribisch ermittelt.(Foto: REUTERS)

Die Arbeitsgruppe und die weiteren Haftbefehle seien Folge der von den Dubaier Behörden festgestellten internationalen Verbindungen der Attentäter und der großen Zahl von beteiligten Personen, erklärte Interpol. Zudem habe die dortige Polizei inzwischen zwei "Teams" identifiziert, die mit dem Mord zu tun haben sollen. Demnach bestand das erste aus "einer kleineren Kerngruppe, die beschuldigt wird, den Mord ausgeführt zu haben". Die zweite Gruppe, für die nun Haftbefehle ausgestellt worden seien, soll das Hauptteam unterstützt haben und insbesondere der Beschattung von Mabhuh gedient haben.

Interpol-Generalsekretär Ronald Noble bescheinigte der Polizei in Dubai "sorgfältige" Ermittlungen, bei der Videobänder, Passregister, Flug- und Kreditkartendaten, Zeugenaussagen und DNA-Spuren als Beweismittel eingesetzt worden seien. Angesichts des Einsatzes "betrügerisch veränderter Pässe" sei die Weitergabe dieser Informationen an die internationale Gemeinschaft wichtig. Alle betroffenen Länder hätten deshalb ein Interesse, sich der Arbeitsgruppe zu dem Mord anzuschließen. Mehrere mutmaßliche Täter hatten sich für die Reise nach Dubai Pässe europäischer Staaten organisiert, unter anderem Reisedokumente aus Australien und Großbritannien.

Der Fall belastet das Verhältnis zwischen Israel und der EU. Auch die Staatsanwaltschaft in Köln sowie die Bundesanwaltschaft ermitteln. Hintergrund der Ermittlungen in Deutschland ist, dass einer der mutmaßlichen Mossad-Agenten einen deutschen Pass verwendet haben soll.

Quelle: n-tv.de